Armutsrisiko

Rentner in Deutschland haben ein höheres Armutsrisiko als Rentner in anderen EU-Ländern. Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt liegt in der Bundesrepublik bei weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens. Damit liegt das Armutsrisiko der Älteren hier aber immer noch unter dem OECD-Durchschnitt. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Erhebung hervor, in der die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Rentensysteme der Mitgliedstaaten vergleicht. Das Armutsrisiko der Rentnerhaushalte in Deutschland liegt bei 9,4 Prozent, in den Niederlande sind es 2 Prozent, in Frankreich 3,8 Prozent, in Dänemark 4,6 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 12,6 Prozent. Deutlich mehr vergleichsweise arme Rentner gibt es unter anderem in Estland (12,6 Prozent), der Türkei (18,4 Prozent) sowie in Japan (19,4 Prozent).

Seine Rentenfinanzen kann Deutschland im OECD-Vergleich vergleichsweise gut im Griff behalten. Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung steigen laut der Studie bis 2060 von rund 10 auf knapp 13 Prozent des Bruttosozialprodukts. Trotz immer mehr Älterer habe Deutschland durch Reformen sein Rentensystem stabilisiert, sagte die OECD-Expertin Monika Queisser. Laut dem Bericht hat etwa die Hälfte der OECD-Länder Maßnahmen zur verbesserten finanziellen Tragfähigkeit ihrer Rentensysteme ergriffen. Das Hauptziel dieser Reformen sei eine Aufschiebung des Renteneintritts gewesen. (dpa/epd)
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