Armutsrisiko in Bayern am geringsten
Aber vor allem Alleinerziehende in finanziellen Nöten

Fürth/Wiesbaden. Die Bayern unterliegen nach Angaben von Landesstatistikern bundesweit dem geringsten Armutsrisiko. Bayernweit seien lediglich 11,6 Prozent der Bürger armutsgefährdet; sie hätten 2015 über weniger als 60 Prozent des mittleren bundesweiten Einkommens verfügt, berichtete das Statistische Landesamt am Donnerstag in Fürth.

Trotzdem gebe es auch im Freistaat gesellschaftliche Gruppen, die stark von Armut bedroht seien, räumte die Behörde ein. Dazu gehörten neben jungen Menschen vor allem ältere Frauen und Alleinerziehende. Von allen Vätern und Müttern in Bayern, die ihre Kinder ohne Partner aufziehen, seien im Vorjahr 36,7 Prozent armutsgefährdet gewesen.

Generell sind im Westen Deutschlands mehr Menschen von Armut bedroht als vor zehn Jahren. Im Osten ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote dagegen gesunken - allerdings auf höherem Niveau und mit Ausnahme von Berlin. In ganz Deutschland galt 2015 mehr als jeder Siebte (15,7 Prozent) als arm, ein Prozentpunkt mehr als 2005, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In den alten Bundesländern waren insgesamt 14,7 Prozent der Menschen von Armut und Ausgrenzung betroffen - das waren 1,5 Punkte mehr als 2005. In den neuen Bundesländern - mit Berlin - sank die Quote im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozentpunkte auf 19,7 Prozent.

In der Hauptstadt stieg die Quote jedoch um 2,7 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent. Am schlechtesten schnitt Bremen ab, wo fast jeder Vierte (24,8 Prozent) als arm gilt. Den drittschlechtesten Platz nach Bremen und Berlin belegt Mecklenburg-Vorpommern (21,7 Prozent). Den stärksten Anstieg des Armutsrisikos verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Zehn-Jahres-Vergleich mit 3,1 Prozentpunkten auf 17,5 Prozent.
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