Athen beantragt für Flüchtlinge 470 Millionen Euro EU-Hilfe
Merkel will "Politik des Durchwinkens" beenden

Berlin/Athen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Griechenland Hilfe in der Flüchtlingskrise zugesichert und ein Ende der "Politik des Durchwinkens" gefordert. Nach einem Gespräch mit dem kroatischen Regierungschef Tihomir Orekovic in Berlin pochte Merkel darauf, die Krise mit tausenden festsitzenden Flüchtlingen an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland vor Ort zu lösen. Nur so könne eine Rückkehr zum Schengen-System der offenen Binnengrenzen erreicht werden, sagte sie am Dienstag. "Es gibt eben nicht ein Recht, dass ein Flüchtling sagen kann, ich will in einem bestimmten Land der Europäischen Union Asyl bekommen", sagte Merkel. Da der Nachbar Mazedonien seine Grenzen weiter geschlossen hält, rechnet Athen damit, dass in Kürze mehr als 100 000 Migranten in Griechenland festsitzen. Angesichts der immer dramatischeren Lage pocht Regierungschef Alexis Tsipras auf die zugesagte Verteilung von Flüchtlingen in ganz Europa. Sollte dies nicht endlich umgesetzt werden, drohte er, die Beschlüsse des EU-Türkei-Gipfels am Montag in Brüssel zu blockieren. Tsipras kritisierte die Grenzblockade Mazedoniens: "Diese Alleingänge sind inakzeptabel. Die Flüchtlingskrise kann nicht ein Land allein bewältigen", sagte er im ZDF. Athen habe ein EU-Hilfspaket in Höhe von 470 Millionen Euro beantragt, berichtete der griechische Fernsehsender ANT1. Der Plan sehe vor, dass etwa 50 000 Menschen in Aufnahmelagern und weitere 50 000 in einfachen Hotels untergebracht werden sollen. Nach den Grenzschließungen auf der Balkanroute ist die Zahl neuer Flüchtlinge in Deutschland im Februar merklich zurückgegangen. Im sogenannten "Easy"-System von Bund und Ländern wurden insgesamt 61 428 Flüchtlinge erfasst Im Januar waren es noch 91 671 gewesen. (Seite 4)

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