Athen muss nachbessern

"Viel zu vage und nicht glaubwürdig": So urteilten die Geldgeber über die griechische Reformliste. Die Griechen präsentierten ihre Vorschläge auf mobilen Geräten - und auf Griechisch.

Die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite bleibt eine Zitterpartie. Auch dreitägige Verhandlungen über eine Reformliste, die Athen rund drei Milliarden Euro neue Einnahmen bringen sollen, brachten am Wochenende keinen Durchbruch. Die Geldgeber werteten die griechischen Vorschläge als unzureichend und verlangen Nachbesserungen. Neue Reformen sind Voraussetzung dafür, dass die Geldgeber von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang blockierten 7,2 Milliarden Euro Finanzhilfen freigeben. Athen braucht das Geld, weil seine Kassen Mitte April leer sein könnten.

Die EU-Kommission rechnet nun erst in den kommenden Tagen mit einer endgültigen Reformliste der griechischen Regierung. "Wir erwarten die Liste bis Anfang der Woche", sagte der für Währung zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, der "Welt". Er kritisierte: "Griechenland hat über Jahre hinweg Reformen hinausgeschoben." Seit Freitagabend hatten Vertreter Griechenlands mit Experten der Geldgeber in Brüssel verhandelt. Nur falls die Geldgeber grünes Licht geben, könnten die Euro-Finanzminister die blockierten Hilfen freigeben. Die Gespräche sollen in den kommenden Tagen weitergehen.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" braucht das pleitebedrohte Land wegen des Reformstopps noch mehr Hilfsgelder als bislang angenommen. Experten rechnen dem Bericht zufolge mit einer zusätzlichen Finanzierungslücke von bis zu 20 Milliarden Euro. Kurz vor Beginn der Verhandlungen hatte die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras den Druck erhöht und mit Zahlungsausfall gedroht. Die Griechen heben angesichts der schweren Finanzkrise immer mehr Geld von ihren Konten ab.
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