Athen und Berlin im Klima-Tief

Die Hoffnung auf eine Atempause in der Griechenland-Krise hat sich zerschlagen. Athen scheint wieder mal das Geld auszugehen. Dazu kommen heftige Drohungen gen Berlin.

Griechenland könnte schon Ende März das Geld ausgehen. Das Links-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Alexis Tsipras fürchtet, dann Gehälter von Beamten sowie Renten nicht mehr voll auszahlen zu können. Erschwert wurde die Suche nach Kompromissen aber durch neue Drohungen des rechtspopulistischen Verteidigungsministers Panos Kammenos an die deutsche Adresse.

Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, der Tsipras am Freitag in Brüssel getroffen hatte, bestätigte die Athener Nöte: "Tsipras braucht dringend Geld." Der SPD-Politiker legte Tsipras zugleich nahe, Kammenos, der Chef der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) ist, aus der Koalition mit der linken Syriza zu werfen.

Kammenos hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der "Bild"-Zeitung die Schuld am Zerwürfnis zwischen Athen und Berlin gegeben: "Das ist wie ein psychologischer Krieg, und Schäuble vergiftet damit die Beziehungen zwischen beiden Ländern." Kammenos hielt Schäuble auch dessen Verwicklung in die frühere CDU-Parteispendenaffäre vor und drohte erneut, Mittelmeer-Flüchtlinge nach Westen zu schicken, falls sein Land aus dem Euro gedrängt werde: "Dann gelten keine Absprachen mehr, keine Abkommen, nichts." Schäuble wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Viele griechische Diplomaten sind fassungslos. "Wir fahren mit Vollgas gegen die Wand", heißt es.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.