Athens Werben für Kurswechsel verhallt offenbar - Finanzminister heute bei Schäuble
Zentralbank blockt ab

Kurz vor einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble (CDU) ist Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis bei seinem Werben für die neue Schulden- und Sparpolitik Athens auf Widerstand gestoßen. Nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, verlautete aus Notenbankkreisen, die EZB lehne die bisherigen Vorschläge Athens im Kampf gegen dessen Schuldenlast ab. Heute wird Varoufakis zu einem Treffen mit Schäuble in Berlin erwartet. Die neue Links-Rechts-Regierung in Athen macht vor allem die Bundesregierung für die harten Sparauflagen des Landes verantwortlich. Varoufakis sagte am Mittwoch nach dem Treffen mit Draghi in Frankfurt, er habe dem EZB-Präsidenten dargelegt, "dass es kein ,Business as usual' in Griechenland mehr geben kann". Dies gelte "auch für das (EU-)Programm, das die Krise in unserem Land befeuert und eine schwere humanitäre Krise verursacht hat". Schäuble lobte vor dem Treffen mit Varoufakis die bisherigen Sparanstrengungen. Es müsse in Athen aber noch "unendlich viel" geleistet werden, betonte der CDU-Politiker. Der neue griechische Premier Alexis Tsipras signalisierte bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel Kompromissbereitschaft. Er zeigte sich zugleich optimistisch, mit den Geldgebern veränderte Bedingungen für die finanzielle Rettung seines hoch verschuldeten Landes vereinbaren zu können. "Wir sind auf gutem Weg, eine brauchbare Vereinbarung zu finden", sagte er nach einem Treffen mit EU-Parlamentschef Martin Schulz (SPD).
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