Atomkraftwerk Temelin
Endlager im Gespräch

Die Kühltürme des Atomkraftwerkes Temelin in Tschechien. Bild: dpa

Prag. Die Leiterin der tschechischen Atomaufsicht hat vorgeschlagen, hoch radioaktive Abfälle unmittelbar an den Atomkraftwerk Standorten Temelin und Dukovany endzulagern. "Ich würde diesen Weg einschlagen", sagte die Physikerin Dana Drabova nach einem Bericht des tschechischen Fernsehens vom Montag. Es sei ein möglicher Ausweg aus der "Pattsituation", die um die Auswahl eines künftigen Standorts für ein Tiefenlager entstanden sei. Das Atomkraftwerk Temelin ist nur etwa 60 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. "Bei angemessenen Entschädigungszahlungen wären die Anliegergemeinden nicht unbedingt dagegen", sagte die 55-jährige Drabova.

Die bisherigen Pläne der Regierung in Prag sehen vor, einen geologisch möglichst gut geeigneten Ort für ein Tiefenlager unter der Erde zu finden. Gegen Probebohrungen an sieben möglichen Standorten hatten sich indes Bürgerproteste formiert. Derzeit sind noch zwei Orte auf der Böhmisch-Mährischen Höhe auf halbem Wege zwischen Prag und Brünn (Brno) in der engeren Auswahl. Das Atommüll-Endlager soll bis zum Jahr 2065 fertig sein. Die Kosten werden auf umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro geschätzt. Umweltschützer kritisieren die Atomkraftwerke des Landes seit langem als veraltet und gefährlich.
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