Auf dem Parkplatz vor der Wallfahrtskirche St. Felix geht es rund
Begrenzter Halt

Der Parkplatz an der Felixkirche ist beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. Die hinterlassen nicht nur Müll, sondern belästigen die Anwohner auch noch mit lauter Musik. Dagegen ergreift der Stadtrat jetzt Maßnahmen. Normalerweise liegt auf dem Parkplatz weitaus mehr Abfall. Als unser Fotograf diese Aufnahme machte, räumte wohl kurz zuvor der Bauhof auf. Bild: Götz

Neustadt/WN. (esc) Lärm, Schmutz und unbelehrbare Jugendliche - auf dem Parkplatz vor der Wallfahrtskirche St. Felix geht es rund. Der Bauausschuss beriet über Konsequenzen. Ein kleines Wort sorgte dabei für Diskussionen.

Die Jugendlichen, über die Anwohner und Klosterbrüder sich immer öfter beschweren, haben bald wohl keine Möglichkeit mehr, sich auf dem Parkplatz zu tummeln. "Das ist nicht mehr zu dulden, das ist nicht mehr schön", sagt zweiter Bürgermeister Heinrich Maier (CSU). Guardian Pater Stanislaus kenne mittlerweile alle Pop-Trends, weil die Jugendlichen mit lauter Musik in den Autos unterwegs seien. "Es ist ja nicht so, dass die Stadt nie etwas getan hätte", versichert Maier, was seine Stadtratskollegen im Bauausschuss nickend bestätigten. Doch allem Anschein nach habe die Tempo-30-Zone nichts gebracht. "Ein Patentrezept gibt es nicht", weiß der stellvertretende Rathauschef. "Aber es muss etwas getan werden."

Polizei zeigt Präsenz

Das will die Stadt nun in Angriff nehmen. Die Überlegungen dazu: ein Parkverbot von 21 bis 6 Uhr sowie verstärkte Polizeikontrollen. Nach Rücksprache mit der Inspektion Neustadt hat sie dem Halteverbot zugestimmt. "Wir dürfen keine Chance auslassen, das in den Schranken zu halten", sagte Maier mit Blick auf die unbelehrbaren Jugendlichen, die sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende auf dem Parkplatz treffen. Darin waren sich die Mitglieder des Bauausschusses einig.

Peter Reiser (Freie Wähler) regte an, das Halteverbot mit einem Durchfahrverbot während dieser Zeit zu erweitern. "Viele Bewohner beschweren sich wegen des Motorradlärms", berichtete er. Anlieger sollten von diesem Verbot ausgenommen werden. "Das ist ja auch an Krankenhäusern der Fall, warum sollte das dann nicht auch hier möglich sein?" Alois Zehrer (CSU) hielt dies für "eine gute Möglichkeit, wenn das andere nicht funktioniert".

Zwar sei es schade, dass der Vandalismus kein Ende nehme, "umso schlimmer ist es für mich, dass wegen einigen Wenigen alle betroffen sind", klagte Martin Filchner (SPD). "Ich sehe das Problem, dass wir das Ganze nur verlagern werden: Ich halte nichts davon, die Strecke zu sperren, weil wir dann auch andere Straßen sperren könnten." Das Problem an sich würde sich seiner Meinung nach nicht lösen. "Wenn wir schon ein Halteverbot machen müssen, weil wenige unbelehrbar sind, dann nur befristet", appellierte Filchner an seine Kollegen.

Erst mal befristet

"Wir wurden von den Bürgern gewählt und müssen handeln, wenn einer davon zu uns kommt und sich beschwert, dass andere leiden", hielt Reiser dagegen. "Aber generell zu sperren und ein Verbot sind für mich nicht der richtige Weg", konterte Filchner. Einen Kompromiss schlug Zehrer vor: "Der Platz ist ja nur für Fahrzeuge gesperrt, sonst kann jeder hin. Probieren wir es aus, wenn es funktioniert, dann ist es gut." Maier versprach, die Parkfläche verstärkt zu beobachten und dann zu sehen, was die Maßnahme gebracht habe. "Wir müssen auf jeden Fall was tun, weil sonst das Ortsbild verschlechtert wird." Heribert Schubert (SPD) bestätigte: "Dass uns das Wohl der Bürger am Herzen liegt, sieht man daran, dass wir hier diskutieren." Auf das Wort "befristet" im Beschlussvorschlag legte Filchner dennoch Wert. Reiser und Thomas Hauer (CSU) hielten davon nichts. Unterstützung fand der Ideengeber bei Gabriele Fröhlich (CSU). Hermann Schmid (Freie Wähler) fragte gar nach einem Parkverbot. Letztendlich ging der Beschlussvorschlag samt dem Wörtchen "befristet" mit 6:3 Stimmen durch.
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