Aufenthaltsort der Fünfjährigen noch immer unbekannt
Vater in Haft

Symbolbild: dpa
Parsberg. Es ist eine rätselhafte Suche nach einer Fünfjährigen in der Oberpfalz, die nun eine unerwartete Wendung nimmt - Der Vater des Mädchens ist in Haft, wie die Polizei heute mitteilt. Der 26-Jährige hatte bei seiner Vermisstenmeldung falsche Angaben gemacht. Er wird verdächtigt, eine Straftat vorgetäuscht zu haben, indem er behauptete, seine Tochter wäre möglicherweise entführt worden. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg erließ am Dienstagabend Haftbefehl gegen den Mann. Der Familienvater wurde in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Der Vater hatte Rajana am Montag in Parsberg als vermisst gemeldet. Seinen Angaben zufolge war er mit dem Mädchen nach einem Zahnarztbesuch in Richtung eines Spielplatzes gegangen. Der 36-Jährige gab an, von einem unbekannten Mann in ein Gespräch verwickelt worden zu sein. Dann sei das Mädchen verschwunden.

Die Polizei hatte sofort eine umfangreiche Suchaktion gestartet. Bis zu 250 Beamte suchten bis spät in die Nacht mit vier Wärmebildkameras, speziell ausgebildete Spürhunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Zudem hatten zahlreiche Freiwillige aus Parsberg nach Rajana gesucht. Inzwischen räumte der Vater ein, dass diese Angaben falsch waren. Nach dem Hinweis, dass das Mädchen wohlbehalten sei, wurde die großangelegte Suche abgebrochen. Bei seiner Vernehmung gab der Vater an, seine Tochter würde sich in der Obhut eines Familienangehörigen befinden. "Diese Angaben erscheinen im Ermittlungskomplex schlüssig, auch wenn eine polizeiliche Überprüfung noch nicht möglich war", erklärt Albert Brück. Bislang gelang es den Beamten jedoch nicht, mit dem Mädchen in Kontakt zu treten.

Das wichtigste Ziel sei es, dass Kind zu finden und zu untersuchen, betont die Polizei. Erst dann werde entschieden, ob es in staatliche Obhut genommen werden müsse. "Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass der Polizei keine Erkenntnisse vorliegen, die auf eine Gewalttat zum Nachteil des Mädchens hindeuten", erklärt Brück.

Rajanas Familie stammt aus Tschetschenien und war vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Seit Januar lebten die Eltern mit ihren drei Kindern in einer dezentralen Asylunterkunft in Hohenfels (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz). Ob das Verschwinden des Mädchens mit dem laufenden Asylverfahren der Familie zu tun hat, ist noch unklar.
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