Aus für die Pflege-Noten

Wenn die Pflegeheime in Deutschland im Schnitt mit der Note 1,3 bewertet werden, stimmt was nicht. Der Pflegebevollmächtigte Laumann war sauer und will jetzt ein neues Bewertungssystem entwickeln, verbraucherfreundlicher und mit mehr Aussagekraft.

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen künftig die Qualität von Pflegeeinrichtungen besser einschätzen und vergleichen können. Im Zuge einer Reform des sogenannten Pflege-TÜVs würden die bisher üblichen, wenig aussagekräftigen Pflege-Noten zum 1. Januar 2016 ausgesetzt, kündigte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), am Mittwoch in Berlin an. Als Übergangslösung sollen die Kassen und Pflegeeinrichtungen die Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen in einer Kurzzusammenfassung veröffentlichen. Die Durchschnittsnoten für Pflegeeinrichtungen werde es nicht mehr geben. Denn die hätten mit einer bundesweiten Durchschnittsnote von 1,3 keine Aussagekraft.

Laumann will nun bis Ende 2017 ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem erarbeiten lassen. Dazu werde zum 1. Januar 2016 ein Pflegequalitätsausschuss eingesetzt. Dort müssen neben den Einrichtungs- und Kostenträgern auch Verbände der Pflegebedürftigen und Pflegeberufe gleichberechtigt mit einem Stimmrecht vertreten sein. "Ein unparteiischer Vorsitzender" solle das ausschlaggebende Stimmrecht erhalten. Die Kommunalen Spitzenverbände und der Spitzenverband der Medizinischen Dienste (MDS) "sind ständige, beratende Mitglieder des Ausschusses". Ein Pflegequalitätsinstitut mit unabhängigen Wissenschaftlern solle die Arbeit des Ausschusses unterstützen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.