"Ausgeprägte Selbsttäuschung"

Auch in einem Interview mit dem "Spiegel" hat Peer Steinbrück erklärt, er bereue seine Kanzlerkandidatur für die SPD. "Ich glaube, dass ich einer ausgeprägten Selbsttäuschung unterlag", sagte der frühere Bundesfinanzminister.

Er habe sich gleich auf mehreren Feldern vertan - was seine Chancen im Duell gegen Kanzlerin Angela Merkel angehe, die Einschätzung der politischen Stimmung im Land sowie "in der Frage, wie ich als nicht unbedingter Messdiener parteipolitischer Wahrheiten zusammen mit meiner Partei einen solchen Wahlkampf erfolgreich gestalten kann". Steinbrück: "Ich war etwas blind." Aber nicht er allein, auch die SPD habe 2013 strategische Fehler gemacht.

Steinbrück fordert von seiner Partei eine Auseinandersetzung mit den Wahlniederlagen von 2009 und 2013. Er zeigte sich aber skeptisch, ob es dazu kommt. "Ich fürchte, dass sie ohne Aufarbeitung beider Niederlagen in die Wahl von 2017 gehen könnte." Kürzlich hatte Steinbrück bestätigt, dass er mit anderen Experten die Ukraine beim Wiederaufbau beraten wird. (dpa)
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