Ausschuss stößt auf "Wust von BND-Selektoren"
Wie bei der NSA

Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses haben nach Einsicht in geheime Spionagelisten schwere Vorwürfe an den Bundesnachrichtendienst (BND) erhoben. Es sei Fakt, "dass der BND beim Umgang mit den Selektoren ein Problem hatte und vermutlich immer noch hat", sagte SPD-Obmann Christian Flisek nach der Einsichtnahme in die geheimen Listen am Montag im Kanzleramt in Berlin. Selektoren sind etwa Telefonnummern oder Mail-Adressen. Aus der Liste der BND-Selektoren soll laut Medienberichten hervorgehen, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst in großem Stil befreundete Staaten ausspioniert hat. Er soll auch den französischen Außenminister Laurent Fabius sowie einen deutschen Diplomaten ausgespäht haben. "Wir haben einen Wust von Listen und Selektoren zur Einsichtnahme bekommen, die zum Teil nicht selbsterklärend sind." Nun müsse die Bundesregierung sämtliches Begleitmaterial, etwa Vermerke und Begründungen, zur Verfügung stellen. "Der Satz der Kanzlerin "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht" ist bisher beim BND kaum umgesetzt worden."
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