Auswärtiges Amt bekommt Krisen-Einheit, Abteilung für Abrüstung wird abgestuft
Steinmeier baut sein Haus um

Frank-Walter Steinmeier. Bild: dpa
Wegen der vielen Krisen in aller Welt gestaltet Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sein Ministerium um. Das Auswärtige Amt bekommt erstmals in seiner Geschichte eine eigene große Krisen-Abteilung. Steinmeier informierte darüber am Mittwoch das Bundeskabinett. Die neue Einheit soll sich - im Unterschied zum bestehenden Krisenstab - nicht nur um akute Notfälle kümmern, sondern auch um Vorbeugung und Nachsorge.

Mit dem Umbau reagiert Steinmeier auf Konflikte wie in der Ukraine, den Aufstieg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Ebola-Seuche, die das erste Jahr seiner zweiten Amtszeit bestimmten. "Die Krise wird eher der Normalzustand sein in den nächsten zehn bis 15 Jahren", sagte Steinmeier. "Wir wissen nicht, wann die nächste Krise ausbricht. Aber wir wissen, dass sie kommen wird. Dafür müssen wir gewappnet sein." Die neue "Abteilung für Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge" mit Sitz in der Berliner Zentrale soll bis Sommer starten. Geplant ist auch ein "Krisenpool", aus dem deutsche Diplomaten im Notfall sofort in Krisengebiete geschickt werden können.

Im Gegenzug wird die Abrüstungs-Abteilung, die 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs immer weniger Arbeit hat, als eigenständige Einheit aufgelöst. Sie kommt zur Abteilung Vereinte Nationen. "Die Welt hat sich verändert", sagte Steinmeier. "Und auch das Auswärtige Amt muss sich verändern." Insgesamt hat das AA mehr als 11 000 Mitarbeiter, davon etwa 2800 in der Zentrale in Berlin.
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