Autofahrer zeigte ihn wegen Verkehrsgefährdung an - zweijähriges Mädchen gerettet
Strafbefehl gegen Notarzt ist aufgehoben

Notarzt Alexander Hatz hatte es eilig - und das aus gutem Grunde. Der Strafbefehl gegen ihn wegen Verkehrsgefährdung ist aufgehoben. (Bild: Winfried Rein/Donaukurier/dpa)
Neuburg/Donau. (dpa/jak) Nachdem er zu einem kleinen Mädchen geeilt war, das zu ersticken drohte, erhielt der bayerische Notarzt Alexander Hatz wegen Verkehrsgefährdung eine Anzeige und einen Strafbefehl über 4500 Euro. Im Internet sorgte dieser Fall für Empörung, über 200.000 Menschen unterschrieben eine Online-Petition für den Freispruch des Notarztes. Jetzt steht fest: Der Strafbefehl ist aufgehoben.

Der Anwalt des Arztes, Florian Englert, bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Augsburger Allgemeinen». Das Schreiben der Staatsanwaltschaft Ingolstadt zur Rücknahme des Strafbefehls liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt

Der Notarzt sollte sich eigentlich demnächst vor dem Amtsgericht Neuburg a.d. Donau wegen eines Überholvorgangs auf dem Weg zum Rettungseinsatz verantworten. «Die nochmalige Überprüfung des Vorganges durch die Generalstaatsanwaltschaft München hat ergeben, dass der von der Polizeiinspektion Neuburg a.d. Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt», hieß es am Montagnachmittag in einer Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft.

Zu der Entscheidung habe maßgeblich die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt beigetragen, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht einging. Ein strafbarer Vorwurf lasse sich nicht aufrechterhalten.

Der Notarzt war mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einem zweijährigen Mädchen, das Schnellkleber verschluckt hatte und zu ersticken drohte. Auf der Fahrt überholte der Notarzt mehrere Autos, ein Autofahrer zeigte den Notarzt an. Dann folgte der Strafbefehl.
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