Barmer GEK und Deutsche BKK planen Zusammenschluss
Krankenkassen vor Elefantenhochzeit

Barmer GEK und Deutsche BKK wollen die größte gesetzliche Krankenkasse bilden. Bilder: dpa
Die Krankenkassen Barmer GEK und Deutsche BKK wollen sich zur größten gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland zusammenschließen. Die Verwaltungsräte beider Kassen beschlossen jeweils einstimmig einen entsprechenden Fahrplan. Derzeit hat die Barmer GEK rund 8,5 Millionen und die Deutsche BKK rund 1,1 Millionen Versicherte. Zusammen würden die beiden Kassen die Techniker Krankenkasse (TK) mit ihren mehr als 9,4 Millionen Versicherten als größte gesetzliche Krankenversicherung ablösen.

Die Verwaltungsräte beauftragten die Vorstände der beiden Kassen nun mit der Vorbereitung einer Fusion. Die Vereinigung soll am 10. November von den Selbstverwaltungsorgane beider Kassen beschlossen werden. Die neue Versicherung könne demnach zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen, hieß es weiter.

"Preisdruck ist sehr groß"

Von der Vereinigung versprechen sich die Kassen Vorteile beim Service für die Versicherten und in der Optimierung der Firmenkundenbetreuung, hieß es. Die neue Krankenkasse solle über eines der dichtesten Geschäftsstellennetze in der Krankenversicherung verfügen. Beide Kassen erheben derzeit einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent ihres Einkommens von ihren Mitgliedern. Er kommt zu dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Auch künftig dürfte sich der Konzentrationsprozess bei den Krankenkassen fortsetzen, sagte der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem am Freitag. "Die Politik setzt auf den Preiswettbewerb zwischen den Kassen", erläuterte er. "Der Preisdruck ist sehr groß. Krankenkassen verhalten sich wie Wettbewerber auf einem freien Markt. Das zeigt sich auch in Fusionen." Gab es vor 20 Jahren noch 960 Kassen, sind es derzeit noch 123 - die größten 40 haben etwa 90 Prozent der Versicherten.
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