Bayern überprüft Sicherheitskonzept für Oktoberfest
Blumenkübel aus Beton schon Standard

"Nizza-Fest 2016 abgesagt!!!" steht auf einem Plakat vor dem Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg. BIld: dpa

München. Nach dem verheerenden Anschlag von Nizza lässt die bayerische Staatsregierung das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest in München noch einmal überprüfen. Das kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag an. Zwar gehöre das Durchbrechen von Sperren mit Lastwägen schon seit Jahren zu denkbaren Anschlagsszenarien, gegen die man sich gewappnet habe. Das Ganze müsse aber nun "sicherlich noch einmal neu überdacht werden". Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, man müsse ständig nachdenken, wie man sich noch besser gegen Anschläge wappnen könne.

Für das Oktoberfest waren bereits 2009 nach Terrorwarnungen Sperrgürtel um das Festgelände errichtet worden. Unter anderem versperren Blumenkübel aus Beton die Zufahrt. Das Sicherheitskonzept wird seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst.

Seehofer und Herrmann verurteilten die Attacke aufs Schärfste. "Da blutet einem wirklich das Herz, wie dieses Land heimgesucht wird von solchen barbarischen, menschenverachtenden Anschlägen", sagte Seehofer mit Blick auf die wiederholten Anschläge in Frankreich. "Der Anschlag von Nizza gilt nicht nur Frankreich", betonte er. "Er gilt allen freiheitsliebenden Menschen in Europa und auf der ganzen Welt."

Zum Zeitpunkt des Anschlags von Nizza waren auch mindestens zwei Schülergruppen aus Bayern in der südfranzösischen Stadt. Alle Schüler und Lehrer seien aber wohlauf, berichteten die beiden Schulleiter am Freitag: eine Gruppe von 24 Elftklässlern des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen und eine Gruppe von 16 Elftklässlern des Münchener Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, jeweils mit zwei Lehrkräften.

Nach der Terrorattacke hat die Partnerstadt Nürnberg das für Samstag geplante Nizza-Fest abgesagt. "Jetzt ist erstmal die Zeit der Trauer und des Mitgefühls", sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) am Freitag. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hier unbeschwert eine Städtepartnerschaft feiert." Die eingeladenen Gäste aus der französischen Hafenstadt würden nicht anreisen. Den Tatort auf der Promenade des Anglais verglich Maly mit dem Nürnberger Hauptmarkt und nannte ihn "das Herz der Stadt". Die Partnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza wurde 1954 geschlossen; sie ist die älteste Städte-Beziehung der Frankenmetropole.
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