Beeinflusst der Mord an einem Polizisten den Urnengang in Frankreich?
Schatten über Präsidentenwahl

Paris. Die tödliche, von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte Attacke unmittelbar vor der französischen Präsidentschaftswahl hat heftigen Streit um die Sicherheitspolitik angefacht. Die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen warf der Regierung am Freitag Nachlässigkeit im Anti-Terror-Kampf vor. Premierminister Bernard Cazeneuve erwiderte ungewöhnlich scharf, Le Pen schlachte die Attacke zu Wahlkampfzwecken aus.

Ein Angreifer hatte auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées einen Polizisten erschossen und drei weitere Personen, darunter eine deutsche Passantin, verletzt. Ob der Anschlag einen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten beim ersten Wahlgang am Sonntag hat, ist unklar. Das Rennen ist spannend und gilt als Schicksalswahl für Europa. In Umfragen lag der pro-europäische Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron leicht vorn, gefolgt von Europa-Feindin Le Pen, die ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft will. Aber auch der Konservative François Fillon und der Linksaußen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon können sich noch Hoffnungen machen, sich für die Stichwahl am 7. Mai zu qualifizieren.

Bei dem Angreifer soll es sich um einen 39-jährigen Franzosen handeln, der 2005 schon einmal wegen eines Angriffs auf Polizisten zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Regierungschef Cazeneuve erklärte, es würden mehr als 50 000 Polizisten eingesetzt, um die Präsidentenwahl zu schützen.
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