Beistand für Merkel

Ganz im Zeichen des Flüchtlingszustroms ist die Evangelische Kirche in Deutschland zu ihrer Jahrestagung zusammengekommen. Für den humanen Kurs von Kanzlerin Merkel gebe es keine Alternative, betont EKD-Chef Bedford-Strohm.

(dpa/epd) Die Evangelische Kirche in Deutschland hat ihre Unterstützung für die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigt. Zum Start der EKD-Jahrestagung am Sonntag in Bremen ermunterte der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm die Kanzlerin, "auch unter schwierigen Bedingungen diesen flüchtlingspolitischen Kurs zu halten und der Versuchung zu widerstehen, auf einen Kurs der Abschottung und des Einzäunens von Europa einzuschwenken".

Gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus sei höchste Wachsamkeit geboten, mahnte Bedford-Strohm. "Wenn Wortführer einer radikalisierten Alternative für Deutschland unverhohlen rechtsradikale Ressentiments schüren, und in Pegida-Demonstrationen hasserfüllte Parolen skandiert werden, dann hat das mit einem lebendigen Diskurs, wie ihn die Demokratie braucht, nichts mehr zu tun." Bedford-Strohm beklagte, dass sich die EU bisher als unfähig erwiesen habe, mit der Flüchtlingssituation angemessen umzugehen. Auch der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms warnte vor einer Abschottung Europas. "Kein Zaun und keine Mauer haben je Sicherheit erzeugt", sagte Brahms.

Im Mittelpunkt der viertägigen Beratungen in Bremen stehen die Neuwahl der EKD-Führungsspitze und die Vorbereitungen zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm ist seit November 2014 als Ratsvorsitzender oberster Repräsentant der 22,5 Millionen deutschen Protestanten. Bei den Wahlen am Dienstag und Mittwoch gilt der 55-Jährige als Anwärter für eine reguläre sechsjährige Amtszeit.
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