Belastende Dokumente sichergestellt
Lech Walesa unter Spionage-Verdacht

Lech Walesa. Archivbild: dpa

Warschau. Der frühere polnische Arbeiterführer und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa wird beschuldigt, informeller Mitarbeiter des kommunistischen Sicherheitsapparats gewesen zu sein. Lukasz Kaminski, Leiter des Institut des Nationalen Gedenkens (IPN), sagte am Donnerstag in Warschau, im Privatarchiv des früheren Innenministers General Czeslaw Kiszczak sei eine Geheimdienstverpflichtung mit der Unterschrift Lech Walesas gefunden worden. Der Archivar der Behörde, die mit staatsanwaltschaftlichen Vollmachten für die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit zuständig ist, habe bestätigt, dass es sich um ein authentisches Dokument handele. Walesa selbst widersprach den seit Jahren kursierenden Spekulationen, er sei Agent gewesen.

Die Witwe des vor mehreren Monaten gestorbenen Kiszczak hatte dem IPN am Dienstag das Privatarchiv ihres Mannes angeboten. Mittlerweile hat die Behörde sechs Aktenpakete sichergestellt. Nach Angaben des IPN wurden in einer der Personalakten, die Kiszczak zu Hause aufbewahrt hatte, die Geheimdienstverpflichtung und Dutzende mit dem Codenamen "Bolek" unterzeichnete Dokumente gefunden. Ein Gericht hatte im Jahr 2000 befunden, dass Spitzel-Vorwürfe gegen Walesa unwahr seien.
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