Belastung des Grundwassers steigt
Mehr Nitrat im Wasser

Berlin. Der Grenzwert für den Nitratgehalt des Grundwassers wird an immer mehr Orten in Deutschland überschritten. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn (Grüne) am Freitag hervor. Danach lag der Anteil der Messstellen, an denen ein Nitratgehalt über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 mg/l gemessen wurde, 2015 bei 18,1 Prozent.

Zum Vergleich: 2011 war dies erst an 15,4 Prozent der Messstellen der Fall gewesen. Inzwischen sind den Angaben zufolge fast ein Drittel aller Flächen in Deutschland betroffen. In Nordrhein-Westfalen (40 Prozent), Schleswig Holstein (50 Prozent) und Niedersachsen (60 Prozent) ist der Anteil sogar noch deutlich höher. "Die Massentierhaltung versaut uns das Grundwasser", wird Umweltpolitikerin Höhn zitiert. "Seit über einem Jahr wird die Umsetzung neuer Düngeregelungen verschleppt", prangerte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft an. "Wir zahlen die Zeche für die explodierende Produktion von Billigfleisch in Bundesländern wie Niedersachsen oder Schleswig-Holstein", so Greenpeace.

Nitrat ist ein Pflanzennährstoff und wird als Dünger eingesetzt. Der Mensch nimmt es über Lebensmittel und über das Trinkwasser auf. Nitrat ist nicht gesundheitsgefährdend, kann aber zu Nitrit umgewandelt werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem gilt es - nach Umwandlung zu Nitrosaminen - als indirekt krebserregend.

Einer Umfrage zufolge machen sich mehr als 60 Prozent der Mitglieder des Verbandes Kommunaler Unternehmen Sorgen über die Nitratbelastung und die damit verbundenen Mehrkosten für die Trinkwasseraufbereitung. Laut Umweltbundesamtes könnte der Wasserpreis um bis zu einen Euro je Kubikmeter steigen.

___



Mehr zum Thema unter:

www.onetz.de/themen/nitrat
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.