Bergung verrosteter Fässer in Brunsbüttel genehmigt
Atomare Erblast

Pieter Wasmuth (Mitte) und Knut Frisch (rechts) von Vattenfall erklärten dem schleswig-holsteinischen Umwelt- und Energieminister Robert Habeck (Grüne) das aufwendige Bergungsverfahren für die verrosteten Atommüllfässer im Atomkraftwerk Brunsbüttel. Bild: dpa
Mit aufwendiger Spezialtechnik sollen im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel Hunderte teils verrostete Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Abfall geborgen werden. Die Atomaufsicht in Kiel stimmte dem Konzept des Betreibers Vattenfall jetzt zu. Die Fässer hätten viel zu lange nahezu unbeobachtet vor sich hin gerostet, sagte Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) am Montag.

In unterirdischen Lagerräumen befinden sich 632 Fässer. 573 wurden mit einer Spezialkamera untersucht, 154 davon sind schwer beschädigt. Vattenfall darf sie nun aus sechs Lagerräumen herausholen und zur Endlagerung verpacken. Die Aktion soll in diesem Herbst beginnen und etwa drei Jahre dauern. Als vor rund drei Jahren in Brunsbüttel ein stark verrostetes Fass entdeckt wurde, erregte das Foto großes Aufsehen. Die Behälter liegen dort zum Teil schon seit mehr als 30 Jahren. Sie sollten eigentlich seit Mitte der 1990er Jahre in Niedersachsen im Endlager Schacht Konrad sein. Doch dessen Inbetriebnahme hat sich immer wieder verzögert. Nun steht 2022 als Eröffnungstermin im Raum.

Bei dem Abfall handelt es sich um Filterharze und Verdampferkonzenrate, die während des Kraftwerksbetriebs bis 2007 angefallen waren. Sie sind in Kavernen gelagert, von oben abgeriegelt durch 1,1 Meter dicke Betonriegel. Ferngesteuerte Spezialgreifer sollen die Fässer herausheben.
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