Bernd Lucke

Bernd Lucke ist das bekannteste Gesicht der Alternative für Deutschland (AfD). Der 52-Jährige hat die Partei mitbegründet. Seine Kritik an der Eurorettungspolitik und sein seriöses Auftreten haben entscheidend zum Erfolg der Newcomer-Partei beigetragen. Dass er von politischen Gegnern gelegentlich als "Spießer" und "Besserwisser" beschimpft wird, hat ihm nicht geschadet. Doch seit einigen Monaten wächst auch die Kritik in der eigenen Partei.

Bei einigen führenden AfD-Mitgliedern heißt Lucke intern nur noch "Lord Voldemort", nach dem finsteren Gegenspieler des Romanhelden Harry Potter. "Die Mitglieder sind die Partei, nicht der Vorsitzende. Dies einzusehen, gelingt Lucke offensichtlich nicht", schreibt der AfD-Landesvorstand von Mecklenburg-Vorpommern.

Politologen sehen in Lucke immer noch das verbindende Glied, das den rechtskonservativen und den liberalen Flügel der Partei zusammenhält.

Dass Lucke seit Monaten vergeblich versucht, ultrarechte AfD-Mitglieder aus der Partei zu drängen, hat verschiedene Gründe. Einerseits weiß er, dass er von diesen Kräften für seine bürgerlich-liberalen Positionen keine Unterstützung erwarten kann. Andererseits geht es ihm auch um seine persönliche Reputation. Er, Bernd Lucke, möchte nicht eines Tages als jemand dastehen, der Ausländerfeinden und "Wutbürgern" den Weg in die Parlamente geebnet hat.

Bernd Lucke ist ein höflicher Mensch. Benutzt er ein Schimpfwort, und sei es auch noch so harmlos, entschuldigt er sich. Auch bierselige Verbrüderungsaktionen und krawallige Stammtischreden gehören nicht zum Repertoire des praktizierenden Protestanten. Wenn der Vater von fünf Kindern nicht arbeitet, verbringt er seine Zeit am liebsten mit der Familie.

Seine ersten Erfahrungen in der Parteiarbeit hat Lucke in der CDU gesammelt, deren Mitglied er 33 Jahre lang war. Doch zu Prominenz brachte es der Professor, der zuletzt in Hamburg Makroökonomik gelehrt hat, erst, als er die Christdemokraten Ende 2011 verließ. Danach ging es Schlag auf Schlag. Aus der eurokritischen Wahlalternative 2013 wurde die AfD. Am 14. April 2013 wurde Lucke zu einem der drei Vorsitzenden der neuen Partei gewählt. Seit Juli 2014 sitzt er für die AfD im Europäischen Parlament und lebt in Brüssel. (dpa)
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