Bewährungsprobe für Pakt mit der Türkei
Abschiebung und Transport in die EU

Die Türkei hat - wie hier im Hafen Dikili - bereits Zelte aufgeschlagen, um die Migranten zunächst unterzubringen. Bild: dpa

Athen. Trotz anhaltender Proteste sollen an diesem Montag die ersten illegal eingereisten Flüchtlinge und Migranten aus Griechenland in die Türkei zurückgebracht werden. Die Regierung in Ankara erwartet, dass mindestens 400 Asylsuchende von den Inseln der Ostägäis abgeschoben werden. Die Behörden dort rechnen mit Widerstand.

Die Stimmung unter den Migranten sei explosiv, heißt es bei der Küstenwache. Die Rückführung ist Teil eines Flüchtlingspaktes, den die EU mit der Türkei geschlossen hat. Das Abkommen sieht vor, dass alle Migranten, die seit dem 20. März illegal nach Griechenland übergesetzt sind, von heute an zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Gleichzeitig werden heute in Deutschland und anderen EU-Ländern die ersten Syrer erwartet, die im Gegenzug legal und auf direktem Weg aus der Türkei in die EU reisen sollen. In Hannover werden voraussichtlich 35 Syrer aus der Türkei eintreffen. Außer Deutschland wollen laut Regierungskreisen Anfang der Woche auch die Niederlande, Frankreich, Finnland und voraussichtlich Portugal syrische Flüchtlinge aufnehmen. Insgesamt will die EU bis zu 72 000 Syrern auf diesem Wege Zuflucht gewähren. Am Samstag protestierten Migranten auf den Ägäis-Inseln Lesbos und Chios gegen Rückführungen und sprachen von "Deportationen". Hunderte Flüchtlinge, die am Freitag aus dem "Hotspot" von Chios ausgebrochen waren, harrten am Sonntag weiter im Hafen der Inselhauptstadt aus. Sie fordern, dass Fähren sie zum griechischen Festland bringen. Die Zahl neuer Flüchtlinge in Bayern ist im März stark zurückgegangen. Im abgelaufenen Monat wurden nur noch rund 6600 gezählt.
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