Bewegung im Syrien-Konflikt
Eiszeit mit der Türkei

Wladimir Putin. Bild: dpa

Moskau. Bewegung im Syrien-Konflikt, Eiszeit mit der Türkei: Kremlchef Wladimir Putin hat einen Tag vor der nächsten Syrien-Konferenz in New York einen Entwurf der USA für eine UN-Resolution zu dem Bürgerkriegsland unterstützt.

"Washington hat einen annehmbaren Vorschlag gemacht, auch wenn an manchen Punkten noch gearbeitet werden muss", sagte der russische Präsident am Donnerstag bei seiner großen Jahrespressekonferenz in Moskau. Der Ton in Richtung Türkei bleibt allerdings mehr als frostig.

Putin ließ keinen Zweifel aufkommen, wie schwer der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei Ende November die Beziehungen zu Ankara beschädigt hat. "Das ist kein unfreundlicher Akt, sondern ein feindlicher", sagte Putin vor fast 1400 internationalen Journalisten. Raum für eine Einigung mit der türkischen Führung sehe er nicht. Auf der Suche nach einer Lösung der Syrien-Krise habe die Türkei alle Beteiligten in eine sehr schwierige Lage gebracht, sagte Putin.

Dennoch richten sich auch die russischen Hoffnungen auf die Syrien-Gespräche heute in New York. Zu dem von US-Außenminister John Kerry bei einem Besuch im Kreml am Dienstag vorgelegten UN-Resolutionsentwurf sagte Putin: "Im Großen und Ganzen passt uns das."

Die USA und Russland hatten zuletzt das Ziel betont, die Terrormiliz Islamischer Staat zu bekämpfen. Doch der Streit um die Zukunft des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad belastet weiter den Prozess. Putin hinterfragte die von Saudi-Arabien ins Leben gerufene neue Anti-Terror-Koalition. Das diese Woche gegründete Bündnis von 34 überwiegend muslimischen Staaten ist neben Russland und einer US-geführten Koalition die dritte Kraft, die dem Terrorismus den Kampf angesagt hat. Putin hoffte auf eine effektive Zusammenarbeit. (Kommentar)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.