Bischöfe wollen Austrittswelle mit guter Arbeit in den Pfarreien begegnen
"Tag und Nacht für euch da"

Mit guter Arbeit in den Pfarreien will die katholische Kirche in Deutschland der Austrittswelle ihrer Mitglieder begegnen. Die Botschaft müsse lauten: "Wir sind für euch da - Tag und Nacht", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, am Freitag um Abschluss der Herbstvollversammlung in Fulda. "Wir versuchen in den Pfarreien gute Arbeit zu machen und den Menschen nahe zu sein."

Laut einer Statistik hatte die katholische Kirche im vergangenen Jahr bundesweit wieder deutlich mehr Austritte zu verzeichnen. Knapp 179 000 waren es 2013, im Vergleich zu 118 000 im Jahr 2012 - und damit fast so viele wie auf dem Höhepunkt des Missbrauchskandals 2010. Marx betonte in Fulda, er wolle den Mitgliederschwund nicht schönreden. Aber der Rückgang sei auch durch den gesellschaftlichen Wandel begründet, der nicht allein die Kirche treffe. "Wir werden den Trend nicht einfach brechen können", befand der DBK-Vorsitzende. Gründe für die Verluste seien die Individualisierung, Säkularisierung und Pluralisierung, sagte Marx. Die Menschen heute seien wesentlich freier bei ihrer Sinnsuche in einer vielfältigen Gesellschaft. Es sei aber auch nicht zu leugnen, dass für manche Katholiken der Kirchenaustritt Ausdruck des Protestes sein, so die Bischofskonferenz.

Zu den Kampfhandlungen im Nahen Osten und dem mörderischen Grauen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sagte Marx: "Natürlich würde ich mir schon wünschen, dass die Sunniten und Schiiten mit ihren religiösen Führern sich jetzt mal versammeln und deutlich sagen: Das ist nicht unsere Auffassung." Aber es sei offenbar nicht so einfach zu einer klaren, gemeinsamen Aussage zu kommen. Marx sagte: "Es wird für den Islam eine große Herausforderung in den nächsten Jahren, diese inneren theologischen Debatten in eine gute Richtung zu führen. Ich vermute, dass innerhalb des Islam eine heiße Debatte im Gang ist."
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