Blutvergießen in der Ostukraine - Waffenabzug soll bis August vereinbart werden
Manöver und scharfe Schüsse

Amerikanische Soldaten bei einer Übung in der Ukraine. Auf dem Truppenübungsplatz Jaworiw bei Lwiw (Lemberg) trainieren noch bis 31. Juli rund 2000 Soldaten aus insgesamt 18 Ländern. Russland kritisiert, dass internationale Militärmanöver unter Beteiligung von Nato-Staaten nicht zu einer Stabilisierung der Lage im Donbass beitrügen. Bild: dpa
Für den geplanten Abzug schwerer Waffen in der Ostukraine wollen die Kriegsparteien in den kommenden Tagen ein Abkommen unterzeichnen. Dazu könne die Ukraine-Kontaktgruppe noch vor ihrem für den 3. August geplanten nächsten Treffen zusammenkommen, meldete die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf einen Vertreter des Gremiums. Zuvor hatten Kanzlerin Angela Merkel, Kremlchef Wladimir Putin sowie die Präsidenten Frankreichs und der Ukraine, François Hollande und Petro Poroschenko, in einem Telefonat auf eine rasche Entmilitarisierung des Frontgebiets gedrungen.

Trotz der diplomatischen Bemühungen fallen in der Ostukraine fast täglich Schüsse. Die Militärführung in Kiew warf den Aufständischen mehr als 70 Angriffe innerhalb von 24 Stunden vor. Ein Soldat sei getötet worden, sagte Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko. Auch die Separatisten berichteten von Beschuss durch Regierungstruppen. Ukrainische Streitkräfte und Soldaten aus mehreren Staaten halten unterdessen das alljährliche internationale Manöver "Rapid Trident" (Schneller Dreizack) in der Westukraine ab. Die USA beteiligen sich daran mit rund 500 Militärangehörigen.

Die Ukraine hat unterdessen den Kommunisten das Recht zur Teilnahme an Wahlen sowie den Parteistatus entzogen. Dies sei Teil eines Verbotsverfahrens, sagte Justizminister Pawel Petrenko am Freitag in Kiew. Die Kommunisten reagierten mit scharfem Protest.
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