Botschaften in Washington und Havanna beenden 54-jährige "Eiszeit"
USA und Kuba hissen die Fahnen

Seit gestern weht vor der Botschaft in Washington wieder die kubanische Fahne. Bild: dpa
Rund 54 Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen haben die USA und Kuba eine neue Ära eingeläutet und Botschaften eröffnet. Drei Kubaner in Paradeuniformen hissten am Montag in Washington vor der Vertretung die rot-weiß-blaue Flagge. Sie hatte dort seit dem offiziellen Ende der Kontakte während des Kalten Krieges nicht mehr geweht.

Mehrere hundert Journalisten und Schaulustige verfolgten vor dem Gebäude in der US-Hauptstadt die Eröffnungsfeier, zu der Kubas Außenminister Bruno Rodríguez angereist war. Zugleich forderten Kritiker der sozialistischen Regierung des Karibik-Staates die Freilassung politischer Gefangener auf der Insel, auf der die USA einen Stützpunkt in Guantánamo mit einem Gefangenenlager unterhalten. "Ja zu Kuba, nein zu Castro", riefen einige vor der Botschaft. In der US-Vertretung in Havanna gab es keine größere Feier. Es wurde auch keine US-Flagge gehisst.

US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten die Absicht zum Neustart der früheren Erzfeinde vor sieben Monaten angekündigt. Ein Handelsembargo der USA gegen die sozialistische Karibikinsel besteht in wesentlichen Teilen aber fort. Im Jahr 1961, auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen Ost und West, waren die Beziehungen abgebrochen worden.
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