Brand bei Rechtsextremismus-Gegnern in Mecklenburg
Anschlag auf Künstler

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Beim Feuer wurde die Scheune zerstört. Bild: Horst Lohmeyer/dpa
Dass sie im Dorf nicht willkommen sind, wurde Birgit und Horst Lohmeyer schon vor Jahren immer wieder deutlich zu verstehen gegeben: Eine tote Ratte im Briefkasten, Schmähungen, Anzeigen, Nötigungen durch abrupt bremsende Autos auf der Dorfstraße. Doch nun ging in der Nacht zum Donnerstag auf ihrem Forsthof in Jamel (Mecklenburg-Vorpommern) die 150 Jahre alte, reetgedeckte Scheune in Flammen auf. Das rund 240 Quadratmeter große Gebäude brannte nieder. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von Brandstiftung aus und vermuten einen rechtsextremistischen Hintergrund. Jamel wird von einer Gruppe um einen bekannten und vorbestraften Neonazi dominiert, die sich in ihrer "nationalen Dorfgemeinschaft" nicht stören lassen will. Als "Störenfried" wurde das aus Hamburg stammende Künstlerehepaar Lohmeyer ausgemacht, das 2004 den alten Hof bezog. Schon bald darauf hätten die Anfeindungen durch die Neonazis begonnen.

"Doch der Brand jetzt, das ist eine völlig neue Dimension. Da geht es um Leib und Leben", sagte der Musiker Horst Lohmeyer am Morgen nach dem Brand. Das Paar hat 2007 das Festival für Toleranz und Demokratie "Jamel rockt den Förster" ins Leben gerufen und wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet. Beim Festival-am 28. und 29. August soll ihnen der mit 10000 Euro dotierte Georg-Leber-Preis für Zivilcourage der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt überreicht werden.
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