Brand in Asylbewerberunterkunft in Neustadt
Unklare Situation zur Unterkunft

Bild: Werner Arnold

Neustadt/WN. Der Brand in einer Asylbewerberunterkunft war schnell gelöscht und verursachte nur geringen Schaden. Der mutmaßliche Anschlag selbst sorgt aber für Zündstoff. Viele schockt die Tat.

Rupert Troppmanns erste Reaktion lautete: "Es kam vollkommen überraschend." Die Flüchtlinge seien seit Jahren in der Kreisstadt integriert. Der Bürgermeister erinnerte an die vielen Freiwilligen, die in der Notunterkunft mithelfen, dass viele junge Asylbewerber in den Sportvereinen Fußball spielen und auch in der Kirche engagiert sind. Einige Flüchtlinge trugen beispielsweise die Mutter Gottes bei der Lichterprozession durch den Felixwald.

Ermittlungen abwarten

Troppmann erklärte, dass er bisher "nicht den Hauch einer Fremdenfeindlichkeit" festgestellt habe. Gerade deshalb sei er so erschrocken, dass es zu einem Brand kam. Er möchte jetzt erst einmal abwarten, was die Kripo herausfindet. In dieselbe Kerbe schlägt Landrat Andreas Meier: "Wir wissen bisher nur, dass es gebrannt hat. Wir müssen die Ermittlungsergebnisse der Polizei abwarten. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass niemand verletzt wurde."

Bilder: Werner Arnold, Christopher Dotzler

Friedlich und zurückhaltend

Marc Sturm, der beim Allgemeine Sozial- und Schuldnerberatungsverein (AS) Neustadt arbeitet, gestand nach dem Anschlag: "Ich bin schon traurig." Der Verein betreut zwei Gebäude, in denen 25 junge Erwachsene und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wohnen. Sturm beschrieb sie als "friedlich und zurückhaltend". Zwei Jugendliche informierte Sturm über den Vorfall. Sie hätten es ohne große Reaktion zur Kenntnis genommen. Außerdem riet der AS-Mitarbeiter, gut aufzupassen, bei Auffälligkeiten die Polizei zu verständigen und es den anderen Bewohner weiterzusagen. Die Gebäude werden laut Sturm von einem Security-Dienst nachts überwacht.

Neustadt: 66 Asylbewerber

Das ist in der Asylbewerberunterkunft, die betroffen war, nicht der Fall. Claudia Prößl, Pressesprecherin des Landratsamtes, erklärte, dass so etwas bei dezentralen Unterkünften nicht möglich sei. Davon gibt es im Landkreis 50 und in Neustadt selbst fünf mit 66 Fremden. Hinzu kommen drei Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis und die Notfall-Turnhalle im Gymnasium. Der AS Neustadt taucht in dieser Statistik nicht auf.
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