Brandanschlag auf Josefsgrab in Nablus - Randale im Westjordanland
Gewalt in Israel eskaliert

Ein palästinensischer Angreifer, der einen israelischen Soldaten mit einem Messer verletzte, liegt überwältigt am Boden. Bild: dpa
Die Gewalt in Nahost zieht selbst biblische Stätten in Mitleidenschaft: Radikale palästinensische Jugendliche warfen in der Nacht zum Freitag Molotow-Cocktails gegen das Josefsgrab in Nablus und setzten es in Brand. Nach der Überlieferung ist das Josefsgrab letzte Ruhestätte der biblischen Gestalt Josef, Sohn des Patriarchen Jakob. Es wird von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen verehrt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Brandstiftung am Josefsgrab scharf. Das palästinensische Volk lehne derartige Gewaltakte ab, die dem palästinensischen Kultur- und Religionsverständnis fremd seien, sagte Abbas an seinem Amtssitz in Ramallah.

Die jüngste Serie palästinensischer Messerattacken auf Israelis wird auf den Streit um den Tempelberg zurückgeführt. Seit Monatsbeginn fielen der Gewalt sieben Israelis und mehr als 30 Palästinenser zum Opfer. Knapp die Hälfte der getöteten Palästinenser waren im Zuge ihrer Anschläge erschossen worden. Die anderen starben bei Unruhen im Westjordanland oder bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär am Grenzzaun zum Gazastreifen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Donnerstagabend, sich mit Palästinenser-Präsident Abbas und anderen arabischen Führern treffen zu wollen, um die Gewalt zu stoppen. Er bestätigte ein Angebot der USA, Gespräche in Jordanien zu vermitteln. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich später am Freitag mit der Lage im Nahen Osten beschäftigen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.