Brexit-Referendum
Führungsstreit lähmt Konservative und Labour

London. Für die Briten bleibt unklar, wer sie aus der Europäischen Union (EU) führen wird. Knapp eine Woche nach dem Brexit-Votum sind die großen Parteien einer Lösung ihrer Führungsstreitigkeiten kaum näher gekommen. Bei den Konservativen des noch amtierenden Premiers David Cameron - den Tories - läuft bis diesen Donnerstagmittag eine Frist für Bewerbungen auf das Amt des Parteichefs und damit des Premiers. Bislang hat nur Außenseiter Stephen Crabb seinen Hut in den Ring geworfen. Mit Spannung werden die Bewerbungen des Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnson und der britischen Innenministerin Theresa May erwartet.

Cameron mischte sich derweil in den Führungsstreit der oppositionellen Labour-Partei ein und forderte deren Chef Jeremy Corbyn zum Rücktritt auf. "In Gottes Namen, Mann, gehen Sie!", rief er in einer Parlamentsdebatte am Mittwoch dem Oppositionsführer zu. Es sei zwar für die Konservativen nützlich, wenn Corbyn weiter die Opposition führe, aber nicht im nationalen Interesse. Die Labour-Fraktion revoltiert seit Tagen gegen den Parteilinken und hatte ihm am Dienstag mit großer Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen. Das hat aber keine bindende Konsequenz. Corbyn, der 2015 von der Parteibasis gewählt worden war, will nicht zurücktreten,
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