Bürger in Deutschland geben anders
Sachspenden und höhere Summen

Für Hilfsorganisationen ist die Weihnachtszeit wichtig. Die Deutschen gelten dann als besonders spendabel. Aber wie sah es im Rest des Jahres aus?

Berlin. Im Jahr der Flüchtlingskrise ist die Zahl der Spender laut einer Studie zurückgegangen. In den zwölf Monaten von Oktober 2014 bis Oktober 2015 gaben weniger Menschen Geld für gemeinnützige Organisationen. Das teilte der Deutsche Fundraising Verband unter Berufung auf den TNS-Infratest Spendenmonitor mit. Bis zum Oktober waren es demnach 42 Prozent, im Vorjahreszeitraum noch 45 Prozent. Allerdings kommt die Befragung auch zu dem Ergebnis, dass sich die Art der Spenden geändert hat: Statt Geld zu geben, tendiert ein größerer Teil demnach zur Sachspende. Und wenn doch Geld gespendet wird, sind es größere Summen.

Allerdings berichtet der Verband von einer gesunkenen Spenderzahl. Besonders gravierend sei der Rückgang im mittleren Alterssegment zwischen 30 und 64 Jahren, hieß es. Dort spendeten demnach rund fünf bis sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands, erklärte: "Wenn dieser Trend anhält, werden die gemeinnützigen Organisationen in zehn Jahren große Probleme bekommen. Menschen im Alter über 60 Jahre sind seit jeher die tragende Spendersäule der gemeinnützigen Organisationen."

Andere Studien kommen dagegen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Spender gestiegen ist. So erklärte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vor einigen Tagen, dass die Bereitschaft zum Geben hierzulande sogar deutlich zugenommen habe. Demnach könnte der Anteil der Spender in der deutschen Bevölkerung 2015 erstmals bei über 50 Prozent liegen.

Das DZI rechnet damit, dass das Volumen der Geldspenden in diesem Jahr nahezu 7 Milliarden Euro erreicht. 2014 waren es 6,5 Milliarden. Die Gründe dafür sieht DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke in dem Erdbeben in Nepal und der Flüchtlingskrise. Sonderspendenaktionen wie bei dem Erdbeben ließen die Gesamtsumme der Spenden erfahrungsgemäß immer steigen. "Die Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise äußert sich vor allem in ehrenamtlichem Engagement, aber auch in Sach- und Geldspenden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.