Bürgermeister-Rücktritt in Sachsen-Anhalt schockiert die große Politik
"Tragödie für die Demokratie"

Das Ortsschild von Tröglitz in Sachsen-Anhalt. Hier ist der Bürgermeister Markus Nierth wegen einer vor seinem Haus geplanten Demonstration der NPD zurückgetreten. Nierth hatte sich für Flüchtlinge eingesetzt, letztlich aber vor den rechtsextremen Umtrieben im Ort kapituliert. Bild: dpa
(dpa/epd) Der Rücktritt eines von Rechtsextremen bedrohten Kommunalpolitikers in Sachsen-Anhalt schlägt hohe Wellen. Vertreter von SPD, Grünen und Linken auf Bundesebene äußerten sich am Dienstag schockiert über die Ereignisse in Tröglitz. Dort war am Wochenende der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Markus Nierth (parteilos) zurückgetreten, nachdem er sich und seine Familie bedroht sah.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat für Freitag Verfassungsschutz und Polizei eingeladen, um vor Ort über mögliche Konsequenzen zu beraten. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach von einer "Tragödie für unsere Demokratie", wenn ein gewählter Bürgermeister wegen Anfeindungen von Neonazis zurücktreten müsse. Bayerische Innenminister Joachim Herrmann versprach Beistand: "Sollte es in Bayern solche Anfeindungen gegen kommunale Amtsträger geben, garantiere ich für ihren Schutz und versichere ihnen meine volle Unterstützung", sagte er.
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