BUND fordert besseren Schutz vor Kahlschlag
Deutschlands Wälder im Feuer

Berlin/München. (epd) Deutschlands Wälder stehen wegen der gestiegenen Nachfrage nach Brennholz unter immer höherem wirtschaftlichen Druck. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert deshalb strengere Vorgaben für Waldbesitzer, um gefährdete Arten und Biotope zu schützen. "Wir beobachten massive Holzeinschläge, Fällungen wertvoller Altbäume, Kahlschläge, Bodenschäden, und dies teilweise in streng geschützten Gebieten", sagte der BUND-Vorsitzende und Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Hubert Weiger, am Freitag in Berlin bei der Vorstellung des "Waldreports 2016". Die Folgen seien unter anderem Sturmschäden, Verlust von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie negative Folgen für Trinkwasser und Luftklima. Bis 2020 sollten mindestens zehn Prozent der öffentlichen Wälder rechtlich verbindlich dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden, sagte Weiger. Im Waldreport des BUND werden Verstöße in Wäldern gegen Naturschutzgesetze und -richtlinien, aber auch positive Beispiele der Waldbewirtschaftung dokumentiert. Weiger betonte, eine Novellierung des Bundeswaldgesetzes mit verbindlichen Mindeststandards sei überfällig. Zugleich forderte er mehr Personalstellen für Forst- und Naturschutzbehörden sowie finanzielle Ausgleichszahlungen an Waldbesitzer. Jeder Bauer, der einen Streuobstbaum erhalte, bekomme wesentlich mehr Geld als Privatwaldbesitzer, die Bäume stehen lassen, sagte Weiger. (Seite 7)

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