Bundesagentur für Arbeit
Scheele beerbt Weise

Detlef Scheele wird neuer Chef der Bundesagentur für Arbeit. Bild: dpa

Das letzte Wort hat zwar die Bundesregierung - dennoch ist nach dem Votum des Verwaltungsrats so gut wie klar: Der frühere Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele wird neuer Chef der Bundesagentur für Arbeit. Auf ihn warten keine leichten Aufgaben

Nürnberg. Der ehemalige Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) wird neuer Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Der 60-Jährige soll am 1. April 2017 die Nachfolge von Frank-Jürgen Weise antreten, der dann in den Ruhestand geht. Der BA-Verwaltungsrat habe sich am Freitag in Nürnberg für Scheele ausgesprochen, teilte das Aufsichtsgremium mit. Für Scheele habe die große Mehrheit des Kontrollgremiums votiert, hieß es.

Der Wahl muss allerdings noch die Bundesregierung zustimmen. Da Scheele als Vertrauter von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) gilt, wird mit der Zustimmung gerechnet. Scheele gehört dem BA-Vorstand seit Oktober 2015 an. Nahles selbst zeigte sich am Freitag mit der Entscheidung des BA-Kontrollgremiums zufrieden: "Mit Detlef Scheele bekommt die Bundesagentur für Arbeit einen versierten Experten als Vorstandschef, der sowohl die Praxis an der Basis kennt als auch die Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik auf Landes- und Bundesebene hervorragend beherrscht", erklärte sie.

Die mit Weises Ausscheiden frei werdende Vorstandsposition soll nach einem Vorschlag des Verwaltungsrats zum 1. April mit der Verbandsmanagerin Valerie Holsboer besetzt werden. Sie war Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Systemgastronomie sowie der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss. Seit Juli 2016 gehört sie dem BA-Verwaltungsrat an. Sie ist damit die erste Frau im Vorstand der Nürnberger Bundesbehörde. Nach Angaben von Verwaltungsratschef Peter Clever soll sie als Vorstandsmitglied bisherige Aufgabenbereiche von Weise übernehmen. Weise ist unter anderem für Finanzen, Personal, Controlling und IT zuständig.

Akzentverschiebung


Zur Scheele betonte Clever, seine Wahl stehe "nicht für einen Neuanfang, sondern für eine Akzentverschiebung". Er erwarte, dass Scheele, was Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Bundesagentur angehe, Weises Weg fortsetzen werde. Zugleich setze der Verwaltungsrat darauf, dass der frühere Hamburger Sozialsenator seine Kenntnisse und Erfahrungen in Sachen Arbeitsmarktpolitik bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit nutze. Gleiches gelte bei der Integration von Flüchtlingen.

Seine Wahl steht nicht für einen Neuanfang, sondern für eine Akzentverschiebung.Peter Clever, Verwaltungsratschef der Bundesagentur für Arbeit über die Wahl Scheeles
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