Bundesparteitag der AfD
AfD beschließt Anti-Islam-Kurs

Die AfD stellte am Wochenden mit Albrecht Glaser einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten auf. Bild: dpa

Stuttgart. Die AfD hat ihren Anti-Islam-Kurs nun in ihrem Parteiprogramm festgeschrieben. Beim Bundesparteitag in Stuttgart verabschiedeten rund 2000 Mitglieder der Alternative für Deutschland am Wochenende ein Grundsatzprogramm, in dem sich Sätze finden wie "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" und "Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus". Das Tragen von Kopftüchern an Schulen, die Vollverschleierung und das Schächten von Tieren lehnt die AfD ab.

Politiker von CDU und SPD bescheinigten der AfD eine rückwärtsgewandte Auffassung von Politik, die Grünen warfen der Partei Hetze und das Schüren anti-islamischer Vorurteile vor. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertrat die Ansicht, die AfD habe mit ihrem religionsfeindlichen Grundsatzprogramm den Boden des Grundgesetzes verlassen. Eine Emnid-Umfrage sieht die AfD aktuell bundesweit bei 13 Prozent - und damit als drittstärkste Kraft.

Die AfD sprach sich dafür aus, die Befugnisse Brüssels zu beschneiden. Sollte dies nicht geschehen, will sich die AfD für einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union (EU) einsetzen. Parteichefin Frauke Petry betonte, dies sei eine langfristige Perspektive. Zum Abschluss des Parteitages schürte Petry Ressentiments gegenüber der Presse: "Lesen Sie heute und morgen keine Zeitungen, sonst wissen Sie nicht, auf welchem Parteitag Sie gewesen sind."

Die Befürworter eines Austritts aus der Nato konnten sich nicht durchsetzen. Allerdings entschieden die Mitglieder, dass ausländische Truppen und Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen seien. Nach Ansicht der AfD soll der Bundespräsident künftig direkt vom Volk gewählt werden. Die Schwangerschaftskonfliktberatung soll den Fokus stärker auf den Erhalt ungeborenen Lebens legen. Die AfD plädierte für längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke.
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