Bundespräsident beschimpft
Hässlicher Empfang im Osten

Dicht umringt von Polizisten besuchte Bundespräsident Joachim Gauck den 116. Deutscher Wandertag im sächsischen Sebnitz. Aggressive Demonstranten beschimpften ihn. Bild: dpa

In der Idylle der Sächsischen Schweiz erlebt der Bundespräsident hässliche Szenen. Am Rande des Deutschen Wandertages kommt es zu Tumulten. Joachim Gauck hat in diesem Teil Deutschlands schon Ähnliches erleben müssen.

Sebnitz. Eine aggressive Menschenmenge hat Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch im ostsächsischen Sebnitz heftig beschimpft. Das Staatsoberhaupt wurde am Sonntag mit aggressiven Sprechchören wie "Hau ab" und "Volksverräter" in der Stadt empfangen. Einige Demonstranten zeigten den Mittelfinger oder trugen Fahnen mit der Aufschrift "Das Pack grüßt Gauck". Der Bundespräsident hatte Sebnitz wegen des 116. Deutschen Wandertages besucht. Augenzeugenberichten zufolge soll es zwischen den Anhängern und Gegnern von Gauck zu tumultartigen Szenen gekommen sein.

Bereits im März war Gauck bei einem Besuch im sächsischen Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) haben in Sachsen ähnliche Fälle von aggressiver Stimmung erlebt.

Polizei setzt Reizgas ein


In der Sächsischen Schweiz hatten laut Polizei am Sonntag etwa 30 Menschen den Präsidenten "verbal attackiert". Eine Person sei in Gewahrsam genommen worden und habe Widerstand geleistet. Bei den Tumulten wurde nach Polizei- angaben Reizgas eingesetzt. Ein Passant musste behandelt werden. 250 Menschen hätten aber auf dem Wanderfest auch friedlich gefeiert.

Gauck versuchte, sich bei seinem Besuch nicht von der aggressiven Stimmung beirren zu lassen. Mit dabei waren auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt. Eine Sprecherin Gaucks bestätigte, dass es sehr heftige verbale Angriffe auf den Präsidenten gegeben habe. "Das war nicht schön." Es habe aber auch Beifall gegeben. Bundespräsident Gauck habe es zur Kenntnis genommen und freundlichen Menschen die Hand gereicht.
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