Bundespräsident fordert flexiblere Übergangsregeln
Gauck: Die Rente ist nicht das Ende

Bundespräsident Joachim Gauck hat flexiblere Regeln für den Ruhestand angemahnt. "In Deutschland ist die gesetzliche Rente bislang ausgerichtet, ein Ende zu definieren, keinen Übergang" sagte Gauck am Dienstag bei einer Ausstellungseröffnung in Berlin. "In anderen Ländern gibt es durchaus offenere Konzepte."

Der 75-Jährige verwies darauf, dass im Koalitionsvertrag von Union und SPD bereits rechtliche Verbesserungen zugesagt sind. "Ich fürchte allerdings, dass die Diskussion über dieses Thema allzu schleppend verläuft und der nötige Wandel der Arbeitswelt noch nicht entschlossen genug vorangetrieben wird", sagte er.

Mit Hinweis auf den demografischen Wandel und die gestiegene Lebenserwartung forderte der Bundespräsident eine "neue Lebenslaufpolitik". "Es fehlt eine ausgewogene Vorstellung davon, dass ältere Menschen nicht nur Konsumenten, sondern auch Produzenten unserer Gesellschaft sein können - und sein wollen." Neben einem flexibleren Renteneintritt sind seiner Ansicht nach dazu eine größere Durchlässigkeit auf dem Arbeitsmarkt und mehr Offenheit für Berufswechsel und die Weiterbildung nötig: "Eine lange lebende muss zur lange lernenden Gesellschaft werden."

Gauck sprach zur Eröffnung der Ausstellung "Dialog mit der Zeit", die bis zum 23. August im Berliner Museum für Kommunikation zu sehen ist und sich mit den Fragen der alternden Gesellschaft auseinandersetzt.

"Wir brauchen neue Muster für lange Lebensläufe, neue Verflechtungen von Lernen, Arbeit und Privatem", sagte Gauck, der selbst Opa und Uropa ist. Er warb dafür, die längere Lebenszeit als Chance zu nutzen. "Für die meisten von uns geht es mit 50 nicht unaufhaltsam abwärts, es folgt eher ein Hochplateau", sagt er. Allerdings hätten sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darauf noch nicht eingestellt.
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