Bundespräsident verteidigt Journalisten
Gauck weist "Lügenpresse"-Vorwurf zurück

Joachim Gauck bei seiner Rede zum 60. Geburtstag des Deutschen Presserats. Bild: dpa

Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck hat populistische Kritik an den Medien in Deutschland zurückgewiesen. "Wer die Medien heute und hierzulande zur "Lügenpresse" umdeutet, dem geht es nicht um Diskussion, sondern um Denunziation", sagte Gauck bei einem Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Deutschen Presserats in Berlin.

Natürlich machten auch Medien Fehler, und Kritik sei erwünscht, sagte Gauck. Doch wer behaupte, fehlerhafte Berichterstattung sei nicht die Ausnahme, sondern die Regel, dem gehe es um die Bestätigung seiner Überzeugung, dass überall nur gelogen und betrogen werde. "Und die maßlose Wut, ja der Hass auf die Medien, sie erschrecken uns."

Umso wichtiger ist es nach Ansicht des Bundespräsidenten, dass Journalisten sich ernstzunehmender Kritik stellen. "Mir scheint, auch in Deutschland waren und sind Journalisten nicht immer davor gefeit, nur in eine Richtung zu schauen statt in alle möglichen", sagte er. Nur mit Verstand und Scharfsinn, Offenheit und Vorurteilslosigkeit könnten sich die seriösen Medien ein Überleben gegen die Konkurrenz "digitaler Stammtische" sichern.

Gauck hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Deutschen Presserats hervor, auch wenn es gelegentlich Kritik an einer gewissen Zahnlosigkeit seines Wirkens gebe. Das Gremium war am 20. November 1956 in Bonn als Institution der journalistischen Selbstkontrolle gegründet worden. Es wacht darüber, dass Zeitungen und Zeitschriften publizistische Regeln wie Fairness und Sorgfalt einhalten.
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