Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen"
Flüchtlingsbetreuung: Regierung stärkt Paten und Gastfamilien

Manuela Schwesig. Bild: dpa

Berlin. Mit Hilfe von Patenschaften, Vormundschaften und Gastfamilien sollen junge Flüchtlinge den ungewohnten Alltag in Deutschland besser bewältigen. Das mit 10 Millionen Euro ausgestattete neue Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen" soll sie dabei unterstützen, sich schneller an die neue Heimat zu gewöhnen. Neben der staatlichen Verantwortung setzt das Programm auch auf Bürger-Engagement, wie Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Berlin sagte.

Das von Wohlfahrtsorganisationen, muslimischen und Migrantenverbänden, Stiftungen und Freiwilligenagenturen getragene Projekt könne dazu beitragen, "dass das Land zusammenbleibt und nicht gespalten wird", betonte die Ministerin. Wichtige Bausteine sollen im Laufe des Jahres rund 25 000 neue Patenschaften sein, in denen Bürger Flüchtlinge unterstützen - etwa bei Behördengängen, Wohnungs- oder Kita-Platz-Suche und Sprachvermittlung. Es gehe darum, die Rahmenbedingungen für die vielen Freiwilligen zu verbessern und die oft spontane Hilfsbereitschaft in ein "möglichst dauerhaftes Engagement" zu übertragen, erklärte Schwesig. Sie gehe davon aus, dass das Integrationsprogramm auch bei der Aufstellung des Bundeshaushalts für 2017 nicht umstritten sein wird. "Ich habe die Erwartung, dass über diese 10 Millionen nicht diskutiert wird", sagte sie.

Gastfamilien und Vormünder sind besonders wichtig für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, deren Zahl Schwesig mit etwa 59 000 allein im vergangenen Jahr bezifferte. Als beispielhaft wurde der Verein "Pflegekinder in Bremen" vorgestellt, über den sich auch die 53-jährige Krankenschwester Corinna Daum für jugendliche Flüchtlinge engagiert. Derzeit sind bei ihr drei junge Männer aus Ghana im Alter von 17 und 18 Jahren untergebracht.
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