Bundesrat ebnet Weg für schnelleren Bau von Stromleitungen
Vorrang für Erdkabel

Die jahrelang umstrittene "Thüringer Strombrücke" zwischen Ostdeutschland und Nordbayern ist am Freitag in Betrieb genommen worden. Sie endet in Redwitz im Landkreis Lichtenfels und soll Bayerns Stromversorgung sichern, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Bild: dpa

Der Widerstand gegen vermeintliche "Monstertrassen" ist groß. Jetzt hat der Bundesrat den Weg für einen schnelleren Bau neuer Stromleitungen endgültig frei gemacht. Die großen Gleichstromtrassen werden künftig vorrangig unter der Erde verlaufen.

Berlin. (räd/dpa) Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat in Berlin Gesetzespläne, wonach beim Bau von Gleichstromleitungen die Erdverkabelung Vorrang vor den deutlich preiswerteren Freileitungen erhält. Die Gleichstromkabel transportieren Windstrom aus Norddeutschland nach Süddeutschland. Die Gleichstrompassage Süd-Ost von Wolmirstedt zum neuen Endpunkt bei Landshut wird dabei wohl auch durch die Oberpfalz führen. Bei der Debatte im Bundestag Anfang Dezember dazu hatte sich der Weidener Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht (CSU) vergebens gegen den Endpunkt Landshut ausgesprochen.

Die Erdverkabelung führt zwar zu Milliarden-Zusatzkosten für Verbraucher und Unternehmen, soll aber Bürgerproteste verhindern. Vor allem Bayern hatte verlangt, die Leitungen unter die Erde zu legen. Bei Gleichstromtrassen sind keine Freileitungen mehr zulässig, wenn im Umkreis von 200 bis 400 Metern Menschen wohnen. Bei Wechselstromtrassen, wie dem Ostbayern-Ring, sollen die Erdkabel allerdings nur bei Pilotprojekten zum Einsatz kommen.

Nach Darstellung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist nun der "Weg frei für einen in der Bevölkerung akzeptierten Ausbau der Stromnetze". Hier seien dringend Fortschritte nötig. Er forderte die Länder auf, nun die teils schleppenden Genehmigungsverfahren voranzubringen. Auch Umweltverbände begrüßten die Weichenstellung. Diese sorge für eine Integration der erneuerbaren Energien, ein Zurückdrängen fossiler Kraftwerke und somit für mehr Klimaschutz.

"Saft" auf Strombrücke


Unterdessen ist die umstrittene, 190 Kilometer lange Thüringer Strombrücke zwischen Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) und Redwitz (Kreis Lichtenfels) in Betrieb gegangen. Sie überbrückt einen Engpass zwischen Norden und Süden. (Kommentar)
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