Bundestagsausschuss hört Ex-Mitarbeiter und rheinland-pfälzischen LKA-Präsidenten
Zeugen stützen Edathys Version

Mehrere Zeugen haben im Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Kinderporno-Affäre Aussagen des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy bestätigt. Damit erscheint die Affäre um Geheimnisverrat und politische Freundschaften in einem neuen Licht. "Die Aussage von Sebastian Edathy ist glaubwürdig, die von Michael Hartmann ist es nicht", sagte die Grünen-Obfrau Irene Mihalic am Donnerstag nach einer nicht-öffentlichen Befragung der beiden Ex-Büroleiter Edathys. Die Vorsitzende Eva Högl (SPD) sagte: "Es gibt Hinweise darauf, dass in Teilen die Aussage von Sebastian Edathy richtig ist."

Edathy hatte im Februar 2014 sein Mandat niedergelegt. Kurz darauf hatte die Polizei seine Büros und seine Wohnung durchsucht. Dem Untersuchungsausschuss sagte er später, der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann habe ihm im Herbst 2013 Informationen über die Ermittlungen gegen ihn zukommen lassen, die er aus dem Bundeskriminalamt erhalten habe. Hartmann bestreitet das. Edathy will damals auch mit einigen Vertrauten über Hartmanns Äußerungen gesprochen haben. Zu diesen Vertrauten zählten damals auch die zwei Büroleiter, die Edathys Version nun stützen.

Einer der Ex-Büroleiter sagte nach Angaben des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Michael Frieser (CSU), Edathy habe ihm am 25. November 2013 in aufgelöstem Zustand berichtet, der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann habe ihm gesagt, gegen ihn, Edathy, werde wegen des Verdachts auf Besitz von illegalen Nacktaufnahmen von Minderjährigen ermittelt. Der Zeuge sagte laut Frieser, in dem Gespräch sei auch der Name des Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, als eine Informationsquelle von Hartmann gefallen. Ziercke will mit Hartmann nicht über die Ermittlungen gesprochen haben.

Auch die Zeugenaussage des Präsidenten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz, Wolfgang Hertinger, stützte die Version Edathys. Hertinger bestätigte, dass Hartmann, wie von Edathy behauptet, von ihm im Januar 2014 Informationen einholen wollte. Er habe Hartmann zu verstehen gegeben, "dass er sich und mich in Schwierigkeiten bringt".
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