Bundesverdienstorden für Dr. Jörg Skriebeleit und Markus Sackmann
Oberpfälzer Vorbilder

Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit (links), erhielt am Mittwoch in der Staatskanzlei in München aus der Hand von Ministerpräsident Horst Seehofer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Bild: Bayerische Staatskanzlei
 
Markus Sackmann wurde für sein Engagements für das Ehrenamt mit den Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

München/Weiden. (paa/we) Unter den zwölf Bayern, denen Ministerpräsident Horst Seehofer am Mittwoch in München Bundesverdienstorden aushändigte, sind auch der Weidener Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, und der ehemalige Rodinger Landtagsabgeordnete Markus Sackmann (CSU). Sie sind Oberpfälzer Vorbilder.

"Ich fühle mich schon beschämt, beglückt und befeuert", sagte der 46-jährige Skriebeleit nach der Ordensverleihung zu unserer Zeitung. "Ich war da mit Abstand der Jüngste." Mit der Auszeichnung wird sein Einsatz für die Gedenkstätten-Arbeit gewürdigt, die er "zu seinem persönlichen Anliegen" gemacht habe, wie seinen Einsatz für die "überlebenden Häftlinge und für die Angehörigen der in den Konzentrationslagern Verstorbenen". Skriebeleit trage "durch sein Engagement "dazu bei, dass die Nachkriegsentwicklung in Deutschland positiv bewertet wird und Betroffene Deutschland aufgeschlossener gegenüberstehen".

Ohne das Team der Gedenkstätte, die Ehrenamtlichen, die Familien der Überlebenden und Ermordeten, vor allem aber die Überleben selbst wäre all das nicht möglich, betonte Skriebeleit. Er nennt unter anderen Jack Terry, Leon Weintraub, aber auch den bereits verstorbenen Milos Wolf.

Gegen Rechtsextremismus

Skriebeleits ehrenamtliches Engagement im Förderverein für die Gedenkstätte, seine Forschung und seine Veröffentlichungen sind weitere Punkte, die in der Begründung hervorgehoben werden. Sowohl das berufliche als auch das ehrenamtliche Engagement würden bundesweit und international "großen Respekt und hohe Anerkennung" hervorrufen. Zudem wird der "hohe persönliche Einsatz" von Skriebeleit gegen die Bedrohung durch Rechtsextremismus und für eine kritische Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen NS-Geschichte gewürdigt.

Förderung des Ehrenamts

Markus Sackmann ist es laut Laudatio wesentlich zu verdanken, dass die Ehrenamtskarte auf Landesebene umgesetzt wurde. Der 53-Jährige habe immer großen Wert auf die Förderung des unentgeltlichen Engagements gelegt. Die Entwicklung der "Ehrenamts-Card", ein Modellversuch des Landkreises Cham und des Sozialministeriums, sei ihm zu verdanken. Zudem wird Sackmanns Einsatz als "Ehrenamtsbotschafter der Bayerischen Staatsregierung" gewürdigt. Der 53-jährige setze "sich seit Jahrzehnten in vielseitiger Weise für die Menschen in Bayern, der Oberpfalz und im Landkreis Cham ein". Er habe es wie kein anderer vermocht "junge Menschen für Politik zu begeistern". Zudem kämpfe der ehemalige Landtagsabgeordnete (1990-2013) "hartnäckig und zielstrebig" für die Bedürfnisse der Menschen im ländlichen Raum. "Die positive Entwicklung des Landkreises Cham ist untrennbar mit dem Namen Markus Sackmann verbunden."

"Ziemlich baff"

Sackmann zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung: "Ich war schon ziemlich baff, als ich den Brief mit der Einladung bekommen habe." Bei dem Rodinger war im Sommer letzten Jahres eine Gehirntumorerkrankung diagnostiziert worden. Heute muss der 53-Jährige wieder zur Kernspin-Untersuchung: "Es gibt zwar keinen Anlass zur Sorge, ist aber immer ein mulmiges Gefühl." Insofern sei der Termin in München auch eine willkommene Abwechslung gewesen.
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