Bundeswehr beginnt militärischen Einsatz in Syrien
Luftwaffe schickt Tornados zum Syrien-Einsatz

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 in Jagel (Schleswig-Holstein) wird zunächst zwei Aufklärungs-Tornados für den Kampf gegen den IS bereit stellen. Im Bild startet eine der Maschinen in Richtung Türkei Bild: dpa

Die ersten deutschen Maschinen sind in Richtung Einsatzgebiet gestartet. Die Piloten sollen über Syrien den Kampf gegen die IS-Terroristen unterstützen. Dies wird nicht leicht.

Jagel/Köln. Die ersten Bundeswehr-Flugzeuge haben sich am Donnerstag auf den Weg zum geplanten Antiterror-Einsatz in Syrien gemacht. Von Jagel in Schleswig-Holstein und vom Stützpunkt Köln/Bonn aus starteten zwei "Tornado"-Jets und zwei Airbus-Maschinen. Sie flogen im Verband nach Incirlik in der Türkei, von wo aus sie operieren sollen.

Die "Tornados" sollen ab Januar Aufklärungsflüge unternehmen, um mit den dabei gewonnenen Daten den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Eine der beiden Airbus-Maschinen, der neue A400M, brachte ein Vorauskommando von rund 40 Soldaten und Geräten nach Incirlik. Die andere, ein zum Tankflugzeug umgebauter A310, soll Flugzeuge verbündeter Streitkräfte in der Luft betanken, damit diese länger Luftangriffe fliegen können. Insgesamt sollen sechs "Tornados" eingesetzt werden, die restlichen sollen folgen,

Heikelste Mission überhaupt


Zwei Maschinen starten Anfang Januar vom Standort Büchel in der Eifel aus, wie dort der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, Holger Radmann, mitteilte. Das Gros des Personals wird demnach am 2. Januar aufbrechen. Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Der Kommandierende General des Luftwaffentruppenkommandos, Generalleutnant Helmut Schütz, zeigte sich vor dem Start in Jagel bei einem militärischen Appell aber überzeugt: "Das Risiko ist aus unserer Sicht beherrschbar." Die Einsatzkräfte seien "rundum vorbereitet". Der IS terrorisiere mit äußerster Brutalität nicht nur eine ganze Region, sondern verübe mittlerweile Anschläge überall auf der Welt, sagte Schütz. Frankreich hatte um Hilfe im Kampf gegen die Terroristen gebeten. Der Bundestag beschloss am vergangenen Freitag die Entsendung von 1200 Soldaten, die aber nicht alle auf einmal eingesetzt werden.

Die Piloten sollen laut Radmann je acht Wochen im Einsatz sein: "Natürlich gibt es eine gewisse Anspannung." Die Maschinen flögen über ein für sie unbekanntes Gebiet, wo auch Bedrohungen lauerten. Der "Tornado" sei aber mit Selbstschutzanlagen ausgestattet: "Falls wir beschossen werden, ermöglichen diese, die Gefahr abzuwehren."
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