Bundeswehr beteiligt sich erstmals an Luftangriffen gegen IS
Tankflugzeug versorgt Jets über Syrien

Berlin/Incirlik. Nur einen Monat nach den Anschlägen von Paris hat sich die Bundeswehr erstmals an den Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat beteiligt. Ein deutscher Airbus vom Typ A310 betankte in der Nacht zum Mittwoch in einem fünfstündigen Einsatz zwei Kampfjets der internationalen Allianz im syrischen Luftraum, bevor er zum türkischen Stützpunkt Incirlik zurückkehrte. Noch im Tagesverlauf brach das Tankflugzeug zum zweiten Einsatz auf. Spätestens am 8. Januar sollen auch sechs deutsche "Tornado"-Aufklärungsflieger in den Kampf gegen den IS eingreifen, wie das Verteigungsministerium mitteilte. Sie werden allerdings selbst keine Bomben abwerfen. Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung am Einsatz gegen den IS als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Paris beschlossen, bei denen islamistische Attentäter 130 Menschen töteten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch in einer Regierungserklärung, Deutschland stelle sich mit dem Einsatz seiner Verantwortung. Verbunden seien damit Bemühungen um eine politische Lösung. "Es geht darum, den Krieg in Syrien zu beenden, und zwar ohne Assad", sagte Merkel mit Blick auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Den IS bezeichnete Merkel als "eine globale Bedrohung für Frieden und Sicherheit". Über die Nationalität der betankten Kampfjets gab das Einsatzführungskommando keine Auskunft. An den Angriffen gegen den IS in Syrien und im Irak nehmen neben den französischen auch US-amerikanische, britische und arabische Flugzeuge teil. Neben den sieben Flugzeugen beteiligt sich die Fregatte "Augsburg" an der Unterstützung der Luftangriffe. Sie schützt den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle", von dem aus Kampfjets Richtung Syrien starten.

Die Linke im Bundestag protestierte erneut gegen den Einsatz. "Die Bundesregierung macht die Bundeswehr mitschuldig an einem Bombenkrieg, der immer mehr zivile Opfer fordert", sagte Verteidigungsexpertin Christine Buchholz.
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