CDU gewinnt Kommunalwahlen in Niedersachsen
AfD nur einstellig

Hannover. Nach den Kommunalwahlen in Niedersachsen sieht die CDU die Zukunft von Rot-Grün bei den nächsten Landtagswahlen gefährdet. Die SPD erklärt ihre Verluste mit schwierigen Bedingungen und dem Erstarken der AfD. Auf beiden Seiten herrschte Erleichterung, dass das Ergebnis für die Rechtspopulisten nur einstellig ausfiel.

Die CDU ist bei den Kommunalwahlen trotz Verlusten erneut stärkste Kraft geworden und sieht sich in einer guten Position für kommende Wahlen. Der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele sah die Verluste für die Genossen bereits als Vorzeichen: "Man kann erkennen, dass Rot-Grün in Niedersachsen keine Mehrheit hat", sagte er am Montag in Hannover. Auch habe seine Partei besonders in den Hochburgen stark gegen die AfD abgeschnitten.

SPD-Chef und Ministerpräsident Stephan Weil räumte ein, dass seine Partei Federn lassen musste. "Bei den Rats- und Kreiswahlen sind insgesamt Verluste zu verzeichnen, die allerdings durchaus in Grenzen bleiben, wenn man die Rahmenbedingungen berücksichtigt, unter denen derzeit Wahlen stattfinden", sagte Weil. Das gelte insbesondere mit Blick auf die AfD. Die Partei müsse nun "entzaubert" werden.

Die CDU lag am Sonntag trotz Verlusten von 2,6 Prozentpunkten im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2011 mit 34,4 Prozent der Stimmen vorn. Die SPD erzielte 31,2 Prozent (minus 3,7), die Grünen 10,9 (minus 3,4), die AfD 7,8, die FDP 4,8 (plus 1,4) und die Linkspartei 3,3 Prozent (plus 0,9), wie die Landeswahlleitung mitteilte. Die CDU war seit den 1980er Jahren immer stärkste Partei in den Kommunalwahlen. Die AfD blieb landesweit klar unter dem angepeilten zweistelligen Ergebnis. Die Partei war in allen 46 Kreisen und kreisfreien Städten angetreten, aber nur in 129 von 921 Gemeinden.

Insgesamt waren rund 6,5 Millionen Bürger aufgerufen, über die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent (2011: 52,5).
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