Chefstratege „völligunakzeptabel“
Sanders fordert Rückzug Bannons

Washington/New York. Bernie Sanders, Senator und Führungsfigur der Linken in den USA, hat Donald Trump zum Rückzug seines umstrittenen Chefstrategen Stephen Bannon aufgefordert. "Die Ernennung eines rassistischen Individuums wie Bannon ist völlig unakzeptabel", erklärte Sanders. Der designierte US-Präsident hatte den Ex-Chef des Portals "Breitbart-News" zum obersten Strategen im Weißen Haus ernannt.

Sanders erklärte, die USA seien auf ihrem langen und schwierigen Weg in der Überwindung von Diskriminierung aller Art letztlich vorangekommen. Sie seien eine tolerantere Gesellschaft geworden. "Wir werden uns nicht zurückbewegen", erklärte Sanders. Man könne über alles streiten, aber Rassismus und Fanatismus könnten nicht Teil politischen Handelns sein. Sanders (75) war im Auswahlverfahren der Demokraten um das Präsidentenamt unterlegen, erfuhr aber beachtlichen Zuspruch und ist eine wichtige Stimme im Senat. Trumps vormaliger Wahlkampfchef Bannon (62) steht in der Kritik, weil Breitbart unter ihm nationalistische und auch antisemitische Positionen verbreitet hat.

Indes will der künftige US-Präsident abwanderungswilligen Mitgliedern seiner Regierung und seines Übergangsteams einen zu schnellen Wechsel zu Lobby-Unternehmen verbieten. Hochrangige Vertreter seiner Administration müssten eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, so Trumps Sprecher Sean Spicer vor Journalisten. So sollen sie nach ihrem Ausscheiden für fünf Jahre keine Lobbytätigkeiten aufnehmen könnten. Unklar blieb, wie das Verbot durchgesetzt werden soll. Die Einführung könnte die Übergabe der Regierungsgeschäfte weiter verzögern.

Der designierte US-Präsident Donald Trump traf sich am Donnerstag mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in New York. Abe ist der erste ausländische Regierungschef, mit dem Trump nach seinem Wahlsieg am 8. November zu Gesprächen zusammenkam. Das Treffen im Trump Tower solle weniger formell sein. Man wolle ausdrücklich Rücksicht darauf nehmen, dass Barack Obama noch im Amt sei. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte Trump wiederholt gesagt, Japan müsse für den Schutz durch die USA bezahlen. (Kommentar)
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