China präsentiert sich als Führungsmacht

Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und der chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping versicherten sich bei einem Treffen der gegenseitigen Unterstützung und Kooperation "ungeachtet der Veränderungen in der internationalen Arena". Bild: dpa

Mit einer Charme-Offensive und vielen Milliarden umwirbt China seine Nachbarn im Asien-Pazifik-Raum. Mit Moskau schließt Peking ein großes Gasgeschäft. Putin will seine Abhängigkeit von Europa verringern.

China weitet seinen Einfluss in Asien und dem Pazifik aus. Zur Eröffnung eines Treffens der Wirtschaftsführer der Asiatisch-Pazifischen Kooperationsgemeinschaft (Apec) rief Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zu engerer Kooperation und größerer wirtschaftlicher Integration auf. "Wir müssen gemeinsam eine offene Wirtschaft in der Region aufbauen", sagte Xi am Sonntag.

Zuvor hatte China einen "Seidenstraßen-Fonds" angekündigt, in dem Peking 40 Milliarden US-Dollar für eine bessere Anbindung zwischen den Märkten bereitstellen will. Mit dem "Seidenstraßen-Fonds" sicherte sich Xi unter anderem die Unterstützung von Regierungsvertretern aus Bangladesch, Kambodscha, Laos, Mongolei, Myanmar, Pakistan und Tadschikistan. Es gehe darum, "einen asiatisch-pazifischen Traum für unsere Völker" zu verwirklichen, sagte Xi Jinping in einer Rede vor den Wirtschaftsführern, die vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 21 Pazifik-Anrainer heute und am Dienstag zusammengekommen sind.

Märkte verzahnen

Mit neuen Infrastrukturprojekten sollten die Märkte enger miteinander verbunden werden, um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu schaffen, kündigte Xi an. Diesem Ziel diene auch die Ende Oktober vereinbarte Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) mit Sitz in Peking, für die China 50 Milliarden US-Dollar Startkapital bereitstellen will. Die Apec-Mitglieder, darunter USA, China und Japan, repräsentieren 57 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 48 Prozent des Welthandels. Der chinesische Präsident warb erneut für seine Idee einer Freihandelszone Asien-Pazifik.

Mit Russland unterzeichnete China 17 Abkommen, darunter eine Absichtserklärung über umfangreiche russische Gaslieferungen. Mit dem Gasgeschäft will Russland angesichts der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise seine Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern. Es geht um jährlich 30 Milliarden Kubikmeter von 2019 an über 30 Jahre aus West-Sibirien. Von dort wird heute auch Europa versorgt.

Eine neue Pipeline

Die Lieferungen sollen über eine neue Leitung erfolgen. Bereits im Mai hatten China und Russland ein Gasgeschäft über 38 Milliarden Kubikmeter jährlich im Gesamtwert von 400 Milliarden Dollar unterzeichnet.
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