CSU warnt nach Landtagswahlen vor "Absturz"
Merkel stemmt sich gegen Kurskorrektur

Ich sehe es nicht als ein existenzielles Problem der CDU, aber ich sehe es als Problem.

Die Erfolge der AfD wirbeln die politische Landschaft durcheinander. CDU und SPD demonstrieren Standfestigkeit in der Flüchtlingspolitik. Doch aus München kommt neues Störfeuer.

Berlin. Trotz AfD-Triumphs und starker Verluste der Volksparteien bei den Landtagswahlen lehnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die SPD Korrekturen an ihrer Flüchtlingspolitik ab. CSU-Chef Horst Seehofer fordert dagegen dringender denn je einen anderen Kurs. Die etablierten Parteien und die Wirtschaft zeigten sich tief besorgt über den Siegeszug der AfD bei den drei Wahlen vom Sonntag.

SPD-Chef Sigmar Gabriel betonte: "Wir werden den Populisten nicht hinterherlaufen." CDU-Chefin Merkel sagte: "Trotz Licht und Schatten muss man sagen, dass gestern ein schwerer Tag für die CDU war."

Zwischen Merkel und Seehofer brach der Streit neu aus. Der Ausgang der Wahlen sei für CDU und CSU "eine Existenzfrage", sagte der CSU-Chef. "Aus dem Sinkflug kann ein Sturzflug werden, kann auch ein Absturz werden." Merkel widersprach: "Ich sehe es nicht als ein existenzielles Problem der CDU, aber ich sehe es als Problem." Seehofer sprach hingegen von einem "politischen Erdbeben" und sagte: "Nur eine Veränderung der Politik wird die AfD überflüssig machen und den Spuk dieser Gruppierung beenden." Merkel sagte, sie werde nicht die Vertrauensfrage im Bundestag stellen. Gabriel bekannte sich zum Fortbestand der Koalition.

Die Parteien stehen in allen drei Ländern vor einer schwierigen Regierungsbildung. In Baden-Württemberg kommt ein Bündnis von Grünen und CDU in Frage, aber auch eine rot-gelb-grüne Ampel und eine schwarz-rot-gelbe "Deutschland-Koalition". In Rheinland-Pfalz wäre eine große Koalition möglich, Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) strebt aber ein Dreierbündnis mit Grünen und FDP an. In Sachsen-Anhalt ist nach dem Aus für Schwarz-Rot nur eine in den Ländern noch nie erprobte Dreierkoalition von CDU, SPD und Grünen realistisch. CDU-Generalsekretär Peter Tauber schloss Bündnisse mit der AfD erneut aus: "Wenn man sich die Inhalte anguckt, kann es keine Zusammenarbeit zwischen Union und AfD geben."
Ich sehe es nicht als ein existenzielles Problem der CDU, aber ich sehe es als Problem.Bundeskanzlerin Angela Merkel über die AfD-Erfolge
Aus dem Sinkflug kann ein Sturzflug werden, kann auch ein Absturz werden.CSU-Chef Horst Seehofer zur Lage der Union
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