Damaliger Premier führte Briten voreilig in Irakkrieg
Ohrfeige für Blair

London. Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat sein Land einer Untersuchung zufolge voreilig in den Irakkrieg geführt. Er habe falsche Geheimdienstberichte, nach denen der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügte, nicht hinterfragt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Möglichkeiten einer friedlichen Lösung seien nicht ausgeschöpft worden. Die Briten waren 2003 an der Seite der USA in den Irakkrieg gezogen. Für den Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein hatte Blair den USA demnach bereits acht Monate zuvor unbedingte Unterstützung zugesagt: "Ich stehe an Deiner Seite, was auch immer geschehen mag", schrieb er 2002 an den damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Blair sah sich durch den Bericht in seiner Darstellung bestätigt, dass er zwar Fehler gemacht, aber nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Für alle Fehler übernehme er volle Verantwortung und bitte um Verzeihung, sagte der Labour-Politiker. Die Untersuchung hatte Blairs Nachfolger Gordon Brown 2009 eingeleitet. Eine Kommission hatte Zeugen - darunter Blair - befragt und unzählige Dokumente von Geheimdiensten und Regierungen gesichtet. Der Bericht hat keine juristischen Konsequenzen und beurteilt nicht, ob der Irakkrieg nach britischen oder internationalen Maßstäben legal war.

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